Bärlauchgrün – die Farbe unserer Frühlingssehnsucht

Jetzt: Frischer Bärlauch! Foto: © ji_images / fotolia

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Der Bärlauch streckt seine Blätter aus der wintergrauen Erde und bedeckt den lichten Wald mit frischem Grün. Herrlich, oder?! Für uns ein Zeichen, dass es endlich Frühling wird. Luise hat Euch ja in ihrem letzten Beitrag schon gezeigt, welche ungeheuren Kräfte im Bärlauch stecken. Ich glaube, in der Natur wächst immer genau das Kraut, das wir gerade brauchen.

Im Wald. Frei für Euch. Wir begrüßen Deinen Duft. Bärlauch: Frühlingszart.

Jetzt im März, in diesem Jahr an manchen Stellen schon früher als sonst, können wir das würzige Kraut ernten. Bis Mitte Mai kann gepflückt werden, bis die Blüten kommen, denn dann verlieren die Blätter ihr Aroma. Meist findet Ihr wahre Teppiche von Bärlauch – ein wahrer Überfluss! Bitte passt auf und geht abseits der Wege pfücken – Ihr wisst schon warum.

Da der Bärlauch nicht lange haltbar ist, habe ich folgende Tipps für Euch: Mit Olivenöl lässt sich der geerntete Bärlauch schnell konservieren. Einfach geschnitten und mit Olivenöl bedeckt in einem Glas mit Schraubverschluss im Kühlschrank aufbewahren. Oder so: Ca. 50 gr. Bärlauch waschen und klein schneiden. In etwa 1 Liter Olivenöl geben und gut verschlossen wegstellen. Nach vier Wochen ist das Aroma ins Öl übergegangen. Das Grün absieben; das neue Würzöl eignet sich toll für Salate und zu Nudelgerichten.

Was auch schnell geht und super lecker schmeckt – sicher ein Klassiker: das Bärlauch-Pesto. Statt Pinienkernen könnt Ihr auch Zedernnüsse nehmen. Ich hatte 100 gr. Bärlauch gesammelt. Wichtig: Gut waschen und trockenschleudern! Die Stiele entfernen, weil sie zu hart sind fürs Pesto. Ca. 50-60 gr. Pinienkerne oder die Zedernnüsse (auch mit Mandeln oder Walnüssen schmeckt es lecker!) in einer Pfanne trocken rösten. Danach etwa 120 gr. Parmesan zur Hälfte reiben. Die abgekühlten Pinienkerne und den Bärlauch in einem Mixer mit ca. 100-120 ml Olivenöl pürieren.Den Parmesan unterrühren Erst dann mit Salz und Pfeffer gut würzen. Verschlossen in einem Glas ist das Pesto ein paar Wochen haltbar. Wenn Ihr größere Mengen herstellt, dann könnt Ihr es auch gut einfrieren. Dann hält es noch länger. Aber ich würde es lieber verschenken. In schönen Gläsern. Vielleicht zu Ostern. Mit einem guten Quark als Brotaufstrich oder eben zu Nudeln – hmmmmmm.

Foto: © foodolia / fotolia

Frisch und würzig: Bärlauch. Foto: © foodolia / fotolia

Oh, mir läuft gleich schon das Wasser im Munde zusammen. Wenn Ihr Nudeltaschen, Ravioli oder Tortellini, machen wollt, könnt Ihr das Pesto mit Frischkäse mischen und als Füllung verwenden. Herrlich.

Inzwischen gibt es Bärlauchsamen oder -Zwiebeln in den Gärtnereien. Im eigenen Garten gedeiht der Bärlauch auch. Wenn Ihr im Wald sammeln geht, nehmt immer nur ein Blatt pro Pflanze. Dann kann die Pflanze weiter wachsen.

Entschuldigt, wenn ich zu sehr schwärme. Dieser würzige Duft, den Ihr schon beim Ernten erlebt (wertvoll bei der Unterscheidung zu Maiglöckchenblätter!), ist Aromatherapie pur. Verarbeitet ihn bewusst, habt alle Sinne dabei. Und genießt, probiert Rezepte aus und freut Euch an diesem ersten, von der Natur geschenkten Geschmackserlebnis!