Kategorie: Naturheilpraxis

OH – ist das bitter!

Kannst Du Dich erinnern, wann Du zum letzten Mal etwas wirklich Bitteres gegessen oder getrunken hast? Bewusst und freiwillig? Meistens kommt man bei dieser Frage ins Grübeln und muss ziemlich überlegen.

Foto: Fotolia/Rob Stark

Die gesunden Bitterstoffe wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr aus unseren Nahrungsmitteln herausgezüchtet.

Leider, muss man da wirklich sagen, denn Bitterstoffe sind wichtig für unsere Gesundheit und erhöhen die Verträglichkeit des Essens. Sie fördern den Speichelfluss und die Sekretion der Magensäfte. Bitterstoffe unterstützen die Leber bei ihrer Entgiftungstätigkeit und unterstützen die Bildung der Verdauungssäfte (Galle), die durch die Gallenblase abfließen. Genügend Galle wiederum fördert eine gute Verdauung und eine gesunde Darmflora.

„Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund“ sagt so auch der Volksmund.

Aber nicht nur der Fettstoffwechsel wird durch Bitterstoffe angeregt, auch die Cholesterinwerte sinken und es wird noch besser: die in der Nahrung enthaltenen Bitterstoffe sorgen dafür, dass sich das Sättigungsgefühl schneller einstellt! 

Bittere Lebensmittel regulieren auf natürliche Weise den Appetit. Sie sättigen schneller und enthalten weniger Kalorien – während Süßes immer noch mehr Lust auf noch mehr Süßes macht.

Bitterstoffe sind bevorzugt in Wildpflanzen und Kräutern enthalten, aber auch in der Schale mancher Früchte und Gemüse. Pflanzen, die eine besonders hohe Dosis an Bitterstoffen enthalten, sind Artischockenblätter, Echte Engelwurz, Löwenzahn und Löwenzahnwurzel, Enzianwurzel, Schafgarbe, Wermut und Chicoree. Wobei man bei Chicoree mittlerweile schon nach alten Sorten suchen muss, denn wie schon gesagt, wurden auch hier die Bitterstoffe weitgehend herausgezüchtet.

Erkundige Dich auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen und bereichere Deinen persönlichen Speiseplan unbedingt regelmäßig mit den bitteren Pflanzen.

Foto: pixabay

Aus der Hildegard-Medizin sind Bitterstoffe nicht wegzudenken. Hildegard von Bingen legte sehr viel Wert auf die richtige Ernährung und Anregung der Verdauungssäfte durch Bitterstoffe. Über ihre gemischten Kräuterbitter schrieb sie. „Es richtet dich auf wunderbare Weise auf und macht dich stark, wie wenn die Sonne an einem trüben Tag durchbricht.“

Und auch die österreichische Kräuterheilerin Maria Treben schwörte auf die Heilkraft ihrer bitteren Schwedenkräuter. Bei ihrer Behandlung von Erkrankungen war der Schwedenbitter innerlich und äußerlich (in Umschlägen) ein Allheilmittel. – Wer täglich diese Tropfen früh und abends nimmt, braucht keine andere Medizin, denn diese stärken den Körper, erfrischen die Nerven und das Blut, nehmen das Zittern der Hände und Füße. Kurz, sie nehmen überhaupt alle Krankheiten. Der Körper bleibt straff, das Gesicht jugendlich und schön. – 

Fertigen Schwedenbitter bekommt man im Reformhaus, kann aber auch die Kräutermischungen bestellen und sich den eigenen Schwedenbitter selbst mit Alkohol ansetzen. Eine Anleitung zur Herstellung Deines eigenen Schwedenbitters findest Du hier:
www.kraeuterallerlei.de/herstellung-kleiner-schwedenbitter-nach-maria-treben/

Aber auch unsere moderne Naturheilkunde weiß um die Notwendigkeit der bitteren Kräuter, so gibt es einige Anbieter von unterstützenden Bitterstoffmischungen als Saft, Pulver, Kapseln oder Tropfen.

Ich wünsche Dir bittergesunde Zeiten! Deine Luise

Pflanzliches Eisen über die Ernährung

Eisenmangel ist ein häufiger Nährstoffmangel, besonders bei Frauen, und ich werde sehr oft gefragt, wie man seinen Eisenbedarf gut über pflanzliche Kost auffüllen kann.

Aber vielleicht erst einmal zu den Grundlagen. Was genau ist Eisen und vor allem, für was braucht es unser Organismus? Eisen ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, dessen Hauptaufgabe es ist, Sauerstoff von den Lungen in unseren Körper zu tragen. Eisen ist auch Teil der Enzyme, die für eine gut funktionierende Verdauung und die allgemeine körperliche Gesundheit wichtig sind. Ohne genügend Eisen werden unsere roten Blutzellen weniger und kleiner, was bedeutet, dass sie nicht ausreichend O2 dorthin transportieren, wo er benötigt wird. Dann funktioniert unser Gewebe und die Organe nicht in dem Umfang gut, wie sie funktionieren sollten.

Was passiert aber genau, wenn Du nicht genug Eisen über die Ernährung bekommst?

Anämie (Eisenmangel) ist tatsächlich eine der häufigsten Nährstoffmangel-Erkrankungen.

Schwangere Frauen mit einer Eisenmangel-Anämie riskieren verzögerte motorische und geistige Funktionen bei Säuglingen, oder auch Klein- bzw. Frühgeborene. Bei Erwachsenen und Jugendlichen führt schwerer Eisenmangel u.a. zu Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, schlechter Laune, die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, und die Beeinträchtigung der geistigen Klarheit.

Foto: detailblick-foto/fotolia

Wenn Du die Vermutung hast, dass Du einen Eisenmangel hast, vereinbare am besten einen Termin bei Deinem Hausarzt. Er oder sie wird wahrscheinlich auf Anzeichen einer Anämie wie blasse Haut, unregelmäßigen Herzschlag, schnelle Atmung, usw. achten und überprüfen, ob es Anzeichen für innere Blutungen gibt. Außerdem wird ein Bluttest durchgeführt, der die Hämoglobin- und Hämatokrit-Werte testet.

Anregungen dafür, wie Du Dich über eine eisenreiche pflanzliche Ernährung vor Eisenmangel schützt, siehst Du auf dieser Infografik:

Eisen_KrisCarr

Übrigens zeigen Studien, dass Veganer genauso viel
und mehr Eisen konsumieren wie Allesesser.
Beachte bitte außerdem, dass Vitamin C der
Eisenaufnahme einen richtigen, langfristigen Schub gibt.

Eisen_vegan

Besteht bei Dir bereits ein Eisenmangel, der alleine über die Ernährung nicht aufgefüllt werden kann, empfehle ich Dir z.B. „MoFerrin 21“ ein pflanzliches Eisenpräparat, hergestellt aus dem Blattextrakt des Currybaums, von Biogena.

Alles Liebe, Deine Luise

Sommerhitze! Tipps für schlanke Beine.

Auch wenn der Sommer momentan ein wenig zu pausieren scheint… sobald die Temperaturen wieder steigen, spüren wir das in unseren Beinen – besonders diejenigen unter uns, die unter einer Bindegewebsschwäche oder Krampfadern leiden. Die Beschwerden verstärken sich, wenn wir arbeitsbedingt, tagsüber lange Zeiten stehen oder nur sitzen müssen.

Foto: Pixabay

Unsere Blutgefäße erweitern sich bei hohen Sommertemperaturen, damit der Körper die Hitze besser nach außen abgeben kann. Dadurch verlangsamt sich die Blutzirkulation und die Venen verlieren an Elastizität und werden evtl. durchlässiger. Flüssigkeit die ins umliegende Gewebe abfließt, kann nicht mehr richtig abtransportiert werden.

Je nach Veranlagung kann langes Stehen unerträglichlich werden und den Sommertag so richtig vermiesen. Besonders wenn bereits nachmittags und besonders am Abend die Beine und Füße so angeschwollen sind, dass kein Schuh mehr passt und sich die dicken Füße durch die Sandalen drücken.

Foto: pixabay

Mit diesen Tipps findest Du Erleichterung der sommerlichen Beschwerden:

  • Spaziergänge regen die Durchblutung an, vielleicht kannst Du Dir das abends nach Feierabend noch ermöglichen. Dann ist es auch etwas kühler und angenehmer.
  • Falls Du tagsüber viel am Schreibtisch sitzt, kannst Du Dir eventuell kurze Pausen gönnen und die Beine hochlegen.
  • Hast Du eher eine stehende Tätigkeit, so wippe zwischendurch immer wieder mit den Füßen auf und ab, das regt die Durchblutung an.
  • Schwimmen oder auch Radfahren eignet sich hervorragend um die Durchblutung in den Beinen zu aktivieren. Versuche es regelmäßig und mehrmals wöchentlich zu machen.
  • Achte darauf bei den heißen Temperaturen besonders viel zu trinken! Am besten Wasser oder Kräutertees, z.B. Brennesseltee.
  • Kalte Güße und „Wassertreten“ können kleine Wunder wirken. Falls es in Deiner Nähe kein Knepp-Becken gibt, tut es auch eine Wanne kaltes Wasser auf Deinem Balkon.
  • morgendliches Wechselduschen der Beine (warm/kalt) und danach die Beine mit einer Rosskastanien-Salbe einreiben, die gibt es von unterschiedlichen Firmen.
  • In der Gemmotherapie ist Castanea vesca – die Esskastanie – das wichtigste Mittel zur Anregung des Lymphabflusses und zur Stärkung des venösen Kreislaufes. Es wirkt besonders in den Beinen entstauend. Die Tropfen nach Packungsbeilage dosieren.
  • Kompressionsstrümpfe tragen, dadurch werden die Beine sehr gut entlastet.
  • Lymphdrainagen sind eine Wohltat für die Beine.

Achte außerdem auf gute, nicht zu hohe und vor allem nicht zu enge Schuhe, dann kommst Du gut durch den Sommer!

Deine Luise

 

Falls Deine Beine häufiger und dauerhaft geschwollen sind, solltest Du das auf jeden Fall ärztlich abklären lassen.

 

Sommerurlaub zuhause

Es ist Sommer und ich werde in diesem Jahr meine Ferien zuhause verbringen. Überlegt habe ich mir das gut und bin voll der guten Vorsätze, mit Tricks & Tipps so viel Erholung wie nötig zu bekommen.

Urlaub zuhause – Foto:pixabay

Nach Elmas Beitrag von letzter Woche habe ich lange überlegt, welcher Urlaubstyp denn eigentlich zu mir passt. Einerseits gehe ich gerne auf Entdeckungsreise und möchte neue wundervolle Orte kennenlernen – andererseits ist mir die viel zu knapp bemessene Ferienzeit aber auch zu kostbar, um Risiken einzugehen. Zu schade wäre es, wenn sich das neue Ferienziel, das Hotel, die neue Ferienwohnung, als Reinfall entpuppt. Wahrscheinlich kommt es tatsächlich darauf an, wieviel Urlaub zur Verfügung steht und wie dringend nötig eine Erholungszeit/Auszeit ansteht.

Wohlfühlen im eigenen Garten – Foto: pixabay

In diesem Jahr stellt sich für mich diese Frage allerdings gar nicht. Denn mein Urlaub findet auf der eigenen Terrasse und in meinem idyllischen Garten statt. Im Alltag bleibt doch ohnehin zu wenig Zeit um all das ausreichend zu geniessen. Jetzt freue mich darauf, in meiner direkten Umgebung neue Kraft- und Mondhüttenorte zu entdecken.

Ist Dir das auch schon aufgefallen? Dass man die wunderschönsten und interessantesten Orte in der nächsten Umgebung nicht kennt, aber z.B. 500 km weiter in einer beliebten Urlaubsregion auch die kleinste Ecke? Ein merkwürdiges Phänomen, das ich dieses Jahr gerne bewusst angehen möchte.

Doch bin ich mir auch der Gefahren bewusst, die damit einhergehen im Urlaub zuhause zu bleiben… In allen Ecken lauern Gefahren. Im Keller, auf dem Dachboden, in den Küchenschränken, sogar an den Fenstern. Überall schreit es nach Arbeit zu der man im Alltag nicht kommt – und im Urlaub DAFÜR die Ohren auf Durchzug zu stellen, das ist teilweise eine Meisterleistung. In diesem Jahr werde ich ganz bewusst alles liegen lassen.

Um ein besonderes Feriengefühl gleich am ersten Urlaubstag zu bekommen, werde ich mir eine neue Bettwäsche gönnen und sie für die Urlaubszeit zuhause aufziehen. Wenn ich sie dann später wieder benutze, kann ich mir darüber schöne Gefühle und Erinnerungen an meine Auszeit zurückholen. Auch ein besonderes Körperöl werde ich mir – speziell für den Urlaub – zusammenstellen, das mich mit dem Duft der großen Ferien umgibt.

Ich werde in meiner vertrauten Umgebung Dinge tun, die ich sonst nie tue. Werde einen neuen Tagesrhythmus finden.

Foto: pixabay

Ich werde ganz bewusst, hier in meinem direkten Umfeld neue Plätze für mich entdecken, zur Abwechslung mal mit dem Fahrrad unterwegs sein anstatt mit dem Auto. Bei Sonnenaufgang am Waldrand sitzen und dem Vogelkonzert lauschen, danach kann es ja noch einmal ins Bett gehen… In Cafe´s sitzen, in denen ich vorher noch nie war und den vorbeihetzenden Menschen nachschauen und Gesundheitsangebote an meinem Wohnort nutzen, die ich sonst eher Touristen und Kurgästen zuordne.

Erkundige Dich doch einfach bei Dir vor Ort, sicher gibt es auch in Deiner Stadt Angebote für die Gesundheit und zum Wohlfühlen, die Deinen Urlaub zu etwas Besonderem machen.

Deine Luise