Der Rotklee – Bote des Glücks

Gastbeitrag von Heilpraktikerin Melanie Aue

Foto: Ervin Monn/Fotolia

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Es ist schon etwas besonderes, wenn die Rotkleeblüten auf einer Wiese mit ihren pinken Köpfchen vom Sommer erzählen. Und dabei sie erfreuen nicht nur das Auge, sie sind zudem wahre Mineralstoff- und Vitaminspender.

Bestimmte Pflanzenstoffe im Rotklee sollen auf das Immunsystem wirken. Andere wiederum sind dem weiblichen Östrogen verblüffend ähnlich und scheinen sogar eine regulierende Wirkung auf den weiblichen Hormonspiegel zu haben, weshalb man den Rotklee auch „Phytoöstrogen“, also Pflanzen-Östrogen nennt. Infolgedessen gehört der Rotklee zu den „top ten“ der Kräuter in einer gynäkologischen Naturheilpraxis. Bereits während der fruchtbaren Zeit, aber insbesondere in den Wechseljahren kann seine Anwendung bei bestimmten Beschwerden Linderung bringen. Hierzu gehören Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Trockenheit und Jucken der Schleimhäute und auch auf die Stimmung und das Schlafverhalten soll er sich auswirken. Studien zeigen sogar auf die Knochendichte einen positiven Effekt. Leider stellen sich diese Wirkungen nicht bei dem Verzehr nur weniger Stängelchen des Rotklees ein, sondern hierfür ist die Einnahme eines standardisierten Extraktes notwendig.

Dennoch ist der Rotklee in seiner östrogenartigen Wirkung sogar dem vielgelobten Soja vorzuziehen. Denn der Rotklee wird anscheinend von unseren westeuropäischen Körpern viel besser aufgenommen als die aus weit entfernten Gebieten stammende Sojabohne. Hier zeigt sich mal wieder die alte Regel der Heilkunst: Wo das Übel, da ist das Heilmittel = Ubi malum, ibi remedium. 

Aber auch ohne die Erkenntnisse bezüglich der Inhaltsstoffe war der Rotklee schon unseren Vorfahren bekannt. Man wendete ihn mehr oder weniger erfolgreich bei Atemwegserkrankungen, Durchfall oder Drüsenverhärtungen an.

Foto: Antonel/Fotolia

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Was aber über die Jahrhunderte gleich geblieben ist, ist seine Bedeutung als Glücksbringer.
Dieses mag vielleicht an den drei Nornen der nordischen Mythologie liegen. Denn das Dreiblatt war einst Sinnbild für die drei Schicksalsfrauen, welche durch das Spinnen der Schicksalsfäden die Bestimmung der Menschen festlegten. Vielleicht lässt sich der Grund dafür aber auch auf Cerridween zurückzuführen, die als keltische Göttin die drei Lebensabschnitte „die junge Frau, die Mutter und die weise Alte“ verkörperte. Der keltischen Mythologie  entsprechend, soll der Rotklee nämlich genau an den Stellen emporgekommen sein, die die jugendliche Göttin mit ihren Füßen berührte.

Welche Geschichten und Sagen um den Rotklee man auch immer betrachtet: Immer geht es um die Zahl drei. Und um Glück. Und so ist es sogar noch heute in einigen Kulturen Brauch, dass eine Braut ein Kleeblatt in ihre Schuhe legt, damit der Schritt in die Ehe von Glück gekrönt sei…

Von der Wiese auf den Teller:

Am wirkungsreichsten sind die rosa Blüten. Diese können als Tee aufgegossen, aber auch roh, direkt von der Wiese auf das Brot oder über den Salat gestreut werden. Die zarten Blätter sind ebenfalls essbar. Sie schmecken angenehm mild und sind mit dem Geschmack von Spinat vergleichbar.

Rotklee-Sitzbad
2-3 Handvoll Rotkleeblüten
2 l Wasser
Die Blüten 10-15 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Bei trockenen Schleimhäuten im Vaginalbereich baden Sie 2-3 x in der Woche über 4 Wochen.

Rotklee-Tee
4 Tl. frische Rotkleeblüten (oder 1 Tl getrocknete)
mit 250 ml kochendem Wasser übergießen,
10 Minuten abgedeckt ziehen lassen.
Täglich können über 4 Wochen bis zu 4 Tassen getrunken werden.

 

Hinweis:
Die Rezepte sind lediglich als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Sie ersetzen nicht den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker, vor allem dann nicht, wenn Sie den Hintergrund Ihrer Beschwerden nicht kennen. Die Wirkungen sind nicht wissenschaftlich gesichert und beruhen lediglich auf Erfahrungen in der Naturheilkunde.
Auch möchte ich darauf hinweisen, dass Naturheilmittel nicht über einen langen Zeitraum ohne Verordnung eingenommen werden sollten.