Loslassen – was im November dran ist.

Mondhüttenplätze suchen. Und finden. Quelle: privat.

Wenn Menschen Ferien machen und von ihrer Urlaubsreise zurückkehren, kommt mit ihnen auch meist spürbar neue Lebensenergie zurück. Der Sommer und die Ferien liegen bei vielen von uns schon wieder eine Weile zurück und so lässt auch die neue Energie schon wieder nach.

Wer aber gerade jetzt im Herbst Urlaub macht und dabei nicht dem „schlechten Wetter“ hier entflieht, um den Sommer zu verlängern, sondern sich dem herbstlichen Treiben von Wind und Wetter, kälter werdenden Temperaturen und herumwirbelndem bunten Herbstlaub bewusst aussetzt, der kommt mit glühenden Wangen und innerlich beruhigt zurück.

Eine Freundin nannte es „kleines Hideaway am Meer“ als ich mit meinem Partner losfuhr.

Endlose Weite. Ruhe. Und Zeit. Quelle: privat

Wie auch immer, es war eine Zeit zum Loslassen und zur Ruhe kommen. Während der September noch prallvoll war mit Aktivitäten und der Gartenernte meiner Kürbisse und Tomaten glich, lehrte mich diese letzte Oktoberwoche das Loslassen. Sie kam mir senfgelb vor, ackerbraun, fast moorschwarz und petrolblau war das tiefste Blau, das ich fand. Dagegen stand die weiße Gischt im Kontrast, unterstrichen von pfeifend kaltem Wind, der mir resolut verdriesliche Gedanken aus dem Kopf pfiff. Losgelassen waren die Gedanken an den beruflichen Alltag, an die unerledigten Aufgaben, die ich zu Hause gelassen hatte. Alles fiel von mir ab.

Was mir da so gefällt, ist die Einfachheit. Die Reduzierung auf weniger. Die Ruhe von allem.

Oben im Norden, umgeben von der kälter werdenden See, verliert sich der Anspruch, den ich jeden Tag an mich selbst stelle. Wenn ich an der Wasserkante entlanglaufe, dem Spiel der Wellen und den angeschwemmten Muscheln meine ganze Aufmerksamkeit schenke, vergesse ich die innere Anspannung und die Zeit an sich. Ein großer Lehrmeister ist die Natur, wie ich dabei wieder lernen darf und sie schenkt mir neue Energie.

Der November ist ein Monat, der nicht viel von uns will.

Vielerorts erstickt der vor uns liegende November im Nebel, die Tage werden oft gar nicht mehr richtig hell. Es ist noch Zeit bis zum Advent, also Zeit, um wirklich loszulassen. Ansprüche über Bord zu kippen, den Motor etwas runterzufahren und das Drinsein wieder neu zu genießen. Jetzt wird es Zeit, den Lieblingsplatz neu zu entdecken und die Kuschelecke mit Kerze und Schmöker zum Stammplatz zu machen. Zum Mondhüttenplatz. 🙂

Es gibt sicher nicht viele Menschen, die den November zum Lieblingsmonat erklären. Das verstehe ich. Aber lasst uns doch mal seine Vorzüge sammeln. Ich begrüße ihn mit Freude und mit dem Gefühl, es darf jetzt wieder ruhiger werden. Es darf jetzt wieder gefaulenzt werden, es muss nicht mehr zwingend etwas im Garten gehackt und irgendetwas unternommen werden, weil die Sonne scheint. Der November ist Kerzenzeit. Und Teezeit. Und Lesezeit. Mir fällt noch viel ein – fern ab vom Alltagsgetöse. Euch auch?

Alles Liebe für heute, eure Elma

Übrigens: Mein Mondhütten-Hideaway war Amrum.

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