OH – ist das bitter!

Kannst Du Dich erinnern, wann Du zum letzten Mal etwas wirklich Bitteres gegessen oder getrunken hast? Bewusst und freiwillig? Meistens kommt man bei dieser Frage ins Grübeln und muss ziemlich überlegen.

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Die gesunden Bitterstoffe wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr aus unseren Nahrungsmitteln herausgezüchtet.

Leider, muss man da wirklich sagen, denn Bitterstoffe sind wichtig für unsere Gesundheit und erhöhen die Verträglichkeit des Essens. Sie fördern den Speichelfluss und die Sekretion der Magensäfte. Bitterstoffe unterstützen die Leber bei ihrer Entgiftungstätigkeit und unterstützen die Bildung der Verdauungssäfte (Galle), die durch die Gallenblase abfließen. Genügend Galle wiederum fördert eine gute Verdauung und eine gesunde Darmflora.

„Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund“ sagt so auch der Volksmund.

Aber nicht nur der Fettstoffwechsel wird durch Bitterstoffe angeregt, auch die Cholesterinwerte sinken und es wird noch besser: die in der Nahrung enthaltenen Bitterstoffe sorgen dafür, dass sich das Sättigungsgefühl schneller einstellt! 

Bittere Lebensmittel regulieren auf natürliche Weise den Appetit. Sie sättigen schneller und enthalten weniger Kalorien – während Süßes immer noch mehr Lust auf noch mehr Süßes macht.

Bitterstoffe sind bevorzugt in Wildpflanzen und Kräutern enthalten, aber auch in der Schale mancher Früchte und Gemüse. Pflanzen, die eine besonders hohe Dosis an Bitterstoffen enthalten, sind Artischockenblätter, Echte Engelwurz, Löwenzahn und Löwenzahnwurzel, Enzianwurzel, Schafgarbe, Wermut und Chicoree. Wobei man bei Chicoree mittlerweile schon nach alten Sorten suchen muss, denn wie schon gesagt, wurden auch hier die Bitterstoffe weitgehend herausgezüchtet.

Erkundige Dich auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen und bereichere Deinen persönlichen Speiseplan unbedingt regelmäßig mit den bitteren Pflanzen.

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Aus der Hildegard-Medizin sind Bitterstoffe nicht wegzudenken. Hildegard von Bingen legte sehr viel Wert auf die richtige Ernährung und Anregung der Verdauungssäfte durch Bitterstoffe. Über ihre gemischten Kräuterbitter schrieb sie. „Es richtet dich auf wunderbare Weise auf und macht dich stark, wie wenn die Sonne an einem trüben Tag durchbricht.“

Und auch die österreichische Kräuterheilerin Maria Treben schwörte auf die Heilkraft ihrer bitteren Schwedenkräuter. Bei ihrer Behandlung von Erkrankungen war der Schwedenbitter innerlich und äußerlich (in Umschlägen) ein Allheilmittel. – Wer täglich diese Tropfen früh und abends nimmt, braucht keine andere Medizin, denn diese stärken den Körper, erfrischen die Nerven und das Blut, nehmen das Zittern der Hände und Füße. Kurz, sie nehmen überhaupt alle Krankheiten. Der Körper bleibt straff, das Gesicht jugendlich und schön. – 

Fertigen Schwedenbitter bekommt man im Reformhaus, kann aber auch die Kräutermischungen bestellen und sich den eigenen Schwedenbitter selbst mit Alkohol ansetzen. Eine Anleitung zur Herstellung Deines eigenen Schwedenbitters findest Du hier:
www.kraeuterallerlei.de/herstellung-kleiner-schwedenbitter-nach-maria-treben/

Aber auch unsere moderne Naturheilkunde weiß um die Notwendigkeit der bitteren Kräuter, so gibt es einige Anbieter von unterstützenden Bitterstoffmischungen als Saft, Pulver, Kapseln oder Tropfen.

Ich wünsche Dir bittergesunde Zeiten! Deine Luise

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