Schlafen – notwendiges Übel oder purer Genuss?

Der Schlaf hat, glaube ich, nur in der Kunst eine positive Stellung. Quelle: ganzheitlichschlafen.wordpress.com

Nichts ist so sinnlos wie schlafen?! Wir sind doch ständig damit beschäftigt, unseren Alltag zu optimieren, noch mehr hineinzuquetschen, noch ergebnisorientierter und zeitverdichteter zu werden. Da stört die Zeit, die wir zum Schlafen brauchen, doch nur. Oder nicht?! Wieviel Schlaf brauchen wir eigentlich wirklich? Und wie können wir diese aktuell als absichtslose und uneffizient blockierte Zeit wieder in einen Fokus rücken, der den Schlaf als unersetzliches, biologisch notwendiges Naturheilmittel ansieht und als sinnvolles und glücklich machendes Kleinod neu ins Zentrum unseres Bewusstseins rückt?! Ich werde die Betten aufschlagen und hineinspringen dafür!

 

„Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung.“ (Heinrich Heine)

Seit Heinrich Heine hat sich wohl einiges geändert. Mit „Schlaflos in Seattle“ jedenfalls, einer verrückten, schlaflosen und geschwindigkeitsliebenden Liebeskomödie, die seit 1993 viele ins Kino lockte, ist das „Nicht-mehr-schlafen“ fast ein geflügeltes Wort geworden. Und gesellschaftsfähig. Mir fällt dieser Titel immer wieder ein, wenn ich rastlos von Termin zu Termin hetze und ich, wenn ich dann endlich im Bett liege, nicht einschlafen kann. Denn jetzt nimmt sich mein Gehirn endlich Zeit, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten und einzuordnen. Wichtig / weniger wichtig / unbedingt nicht vergessen… Und schon dreht das Gedankenkarusell und stellt sich schon auf den kommenden Tag ein. Aufgaben, die dringend erledigt werden müssen und Termine, die ich nicht vergessen darf und die meine volle Aufmerksamkeit brauchen. Und Mist, ich wollte doch unbedingt noch Tulpenzwiebeln vor dem ersten Frost in die Erde bringen. Doch die Tage sind kurz, wann soll ich das bloß machen…Und so weiter und so weiter… Der Herzschlag geht hoch und an Schlaf ist nicht mehr zu denken.

Kennt ihr das? Diese Atemlosigkeit im eigenen Hamsterrad? Diese Hetze an jedem einzelnen Tag? Egal ob beruflich oder in der Freizeit? Egal, ob mit Kindern oder ohne? Kein Wunder also, dass immer weniger Menschen gut schlafen können.

Laut einer aktuellen Studie schlafen 80% aller Berufstätigen in Deutschland schlecht. Das ist eine alarmierende Zahl! Etwa ein Drittel der Bevölkerung fühlt sich regelmäßig erschöpft. Und was ist die Folge? Nicht etwa, dass sie sich mehr Zeit zum Schlafen nehmen. Nein, ganz im Gegenteil:  Im Vergleich zu 2010 nehmen heute fast doppelt so viele der 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer Schlafmittel, besagt die oben genannte Studie.

Wir müssen funktionieren. Im Arbeitsleben, in der familiären Doppelbelastung mit Kindern. Dazu kommt ein hoher Anspruch an die Freizeitaktivitäten: Es soll ausreichend Sport getrieben werden, der Gesundheit zuliebe. Dann muss Kulturelles auf den Plan, daneben sollen aber auch Freunde, Eltern und Kinder nicht zu kurz kommen. Und wo sparen wir am einfachsten, wenn die Woche mal wieder nicht reicht für all das Erlebenswerte? Naja, dann reicht doch bestimmt auch mal eine Nacht mit 3-4 Stunden.

Dass wir Schlaf kaum aufholen können, haben viele von uns schon am eigenen Leib erlebt. Das geht in jungen Jahren noch recht gut, wird aber mit zunehmendem Alter immer anstergender. oder sage ich da etwas Falsches?

Ich frage mich also: Was ist so schlecht daran, gut und ausreichend zu schlafen? Wenn wir diesem Bedürfnis wieder mehr Rechte und Glücksgefühle zuschreiben, dann sollte es klappen. Mit dem Schlaf. Mit einer guten Erholung in der Nacht. Und vermutlich klappt es dann auch mit dem Erhalt unserer Gesundheit, der geistigen, der seelischen und der körperlichen übrigens. Sie hängen alle drei von einem ausgewogenen Schlaf ab.

Und weil uns die Müdigkeit so wichtig ist, werden Luise und ich uns noch ein wenig ausführlicher mit dem Schlaf beschäftigen. Freut Euch also auf die Fortsetzung. Und:

Schlaft schön! Eure Elma

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