Schlagwort: Atem beobachten

Den Mut finden, inne zu halten.

In Frost und Schnee getaucht: Die Natur schenkt uns Ruhe.

Es ist verrückt: Die Weihnachtszeit liegt noch nicht lange hinter uns und kaum hat das neue Jahr angefangen, hat es uns schon wieder vereinnahmt. Geht es dir auch so? Ich fliege schon wieder in der gleichen Geschwindigkeit durch die Woche wie vor Weihnachten. Dabei hatte ich mir so fest vorgenommen: In diesem Jahr wird das alles anders.

Die Vorsätze für dieses Jahr. Wo stehen wir damit?

Es war der einzige Vorsatz, den ich insgeheim gefasst hatte, als wir um Mitternacht zum Himmel schauten und dem Feuerwerk zusahen, wie es das Neue Jahr begrüßte: Ich wollte einen langsameren Lebensrhythmus finden.  Das hatte ich mir ganz fest vorgenommen. Denn, obwohl ich meine Mondhüttenbeiträge schreibe und eigentlich weiß, was mir guttun würde, renne ich durch die Zeit wie eine Verfolgte.

STOP! Stehenbleiben und innehalten. BITTE!

Habt ihr auch den Schnee und die Sonne genießen können am Wochenende? Alles lag still und friedlich unter einer weißen, glitzernden Schicht. Der gefrorene Atme war sichtbar, die Wangen waren rot von der Kälte und die Augen glitzerten bei uns allen – denn: es war ein so schönes Erlebnis. Der knirschende Schnee unter den Füßen, die Ruhe im Wald, die Sonne, die ihre Strahlen durch die schneebehangenen Äste schickte. Einfach toll. Und so erholsam. Ja, hier im Wald wird klar: Jetzt ist Ruhezeit für die Natur. Die Uhren ticken langsamer. Und das tut gut.

Die Natur gibt uns diesen wunderbaren Rhythmus vor.

„Im Jahreslauf wechseln sich Wachstum und Aktivität harmonisch mit Ruhe und Stillstand ab,“ las ich erst kürzlich in einem schon etwas älteren Artikel der Zeitschrift „Werde!“, die viel mit unseren Themen hier gemeinsam hat. Unser Körper, die Seele und unser Geist brauchen Ruhepausen, um leistungsfähig und gesund zu bleiben. Nichtstun ist keine Zeitverschwendung, sondern ist Zeit, die Energiequellen wieder aufzuladen. In solchen Momenten werden in unserem Gehirn Strukturen für Glück und Gelassenheit erzeugt. Lila Davachi und Arielle Tambini von der Universität New York haben herausgefunden: Stunden der Untätigkeit fördern Gedächtnisleistung, Selbstbewusstsein und Einfallsreichtum.

„Also“, sage ich zu mir selbst, „stehe zu deinem Vorsatz!“

Leichter gesagt als getan. Da muss ich wirklich aus tiefster Seele seufzen. Und weiß doch, dass nur ich es ändern kann. Ich kann Achtsamkeitslehrerin Julia Grösch nur zustimmen, die schreibt: „Pausen sind viel mehr als der Druck auf die Stopptaste. Sie sind nicht unbelebt, sie sind nicht leer. Wenn wir sie durchleben, kann aus ihnen, so wie auf die Ruhezeit des Winters ein neuer Frühling folgt, ganz Neues, Frisches und Unverbrauchtes entstehen.“

Es braucht Mut, diese Qualität aus sich selbst heraus zu entwickeln.

Yoga ist Zeit für mich, für Körper, Geist und Seele.

Ich finde den Mut dazu in der Meditation. Und im Yoga. In den Übungen, den Asanas, die immer auch mit der Atmung arbeiten, komme ich in die Ruhe, die so wohltuend ist. Noch reicht die Qualität nicht aus, dass sie sich durch meinen Alltag zieht. Noch lasse ich mich zu oft in das alte Hamsterrad zurückholen. Ich merke es am Abend, dass mein Atem flach geht. Schnell und kurz, statt lang und tief.  „Indem wir innehalten, um zu atmen und unsere Ruhe und unseren Frieden wiederherzustellen, werden wir frei,“ sagt der buddhistische Mönch Thich Nhat Than.

Ich wünsche Dir den Mut, den ich auch brauche. Den Mut, in der Hektik der Geschehnisse stehen zu bleiben. Immer wieder. Am besten jeden Tag.

Deine Elma

Tiefster Winter – Zeit für mich.

Ein langer Spaziergang schenkt uns Ruhe. Der Winter lädt uns dazu ein. Quelle: privat.

Wir sind wieder da! Und mit uns ist der Winter angekommen. Schnee, Eis, Regen und Kälte. Ich freue mich darüber, Ihr Euch auch?! Mit meinem ersten Beitrag im Neuen Jahr möchte ich Euch einladen: Geht spazieren!

Ein langer Spaziergang. Im Nebel, der das nahe Umfeld nur schemenhaft erkennen lässt, Geräusche, die vom Schnee geschluckt werden – oder sind sie gar nicht mehr vorhanden?! Alles sieht so ruhig und friedlich aus. Die Haut im Gesicht ist naß, fast gefroren von der kalten Luft. Ja, es ist Winter geworden. Er schenkt uns die Ruhe, die längst überfällig geworden ist. Und dank der gefrierenden Straßen ist auch der Verkehr wesentlich reduzierter auf den Straßen und auch wesentlich ruhiger und langsamer als sonst.

Langsamer. Ruhiger. Bedächtiger.

Schritt für Schritt und Atemzug für Atemzug. Ein Spaziergang wird in dieser Zeit zur Gehmeditation. Er bringt uns durch die gleichmäßigen Bewegungen und die Fokussierung auf die wenigen Bewegungen weg vom außen, hin zu uns selbst.

Beeindruckt hat mich auch der Newsletter von Heilpraktikerin Bettina Fornoff. Sie rät jetzt:

  • Nehmen Sie sich für alles etwas mehr Zeit

    Im Winterschlaf.

  • Tun Sie alle Dinge langsamer als sonst
  • Nehmen Sie sich Zeit zu lesen
  • Werden Sie kreativ durch Malen, Basteln, Zeichnen, Handarbeiten, Schreiben.

Mich beschäftigt diese Rastlosigkeit, die wir in unserem Alltag und Berufsleben an den Tag legen müssen, sehr. Wie soll der Körper, der eigentlich durch seinen Bio-Rhythmus einen Gang zurückschalten möchte, eine dauerhafte und gleichbleibende Anspannung halten können? Wie können wir den Ausgleich schaffen? Ein grippaler Infekt oder gar die schlimme Virusgrippe – sie haben aus unserer Rastlosigkeit heraus auch leichtes Spiel. Genau deshalb tun uns Spaziergänge durch die Winterluft, wie ich sie gerade beschrieben habe, gut. Sie stärken einerseits unsere Abwehrkräfte, heizen den Stoffwechsel an und bringen unseben auch in diese Ruhe, die der Winter uns bildhaft auferlegt.

Ein Haiku aus unserem Adventskalender habe ich nochmal „geschärft“:

Gefrorener Atem. Weißer Raureif auf allem. Ruhe verordnet.

Der Winter „verordnet“ uns Ruhe – wir selbst schaffen das nicht mehr alleine. Zum Jahresanfang eine schöne Aufforderung, oder?!

Mein Tipp: eine Tasse Lieblingstee kochen, einen Löffel Honig rein und ab aufs Sofa. Mit Strick- oder Schreibzeug oder mit einem guten Schmöker! Es liegt an uns selbst, wieviel Loslassen, Mondhüttenzeit oder Minimalismus wir in unserem Leben zulassen. Schaffen wir Raum dafür!

Also: fangt das Jahr ruhig an, Eure Elma

Altweibersommer

Spätsommer/Frühherbst - Altweibersommer. Foto: pixabay

Spätsommer/Frühherbst – Altweibersommer. Foto: pixabay

Wenn im September die Tage bereits deutlich kürzer und kälter werden, obwohl wir tagsüber immer noch die Sonne genießen; wenn im Morgendunst der aufgehenden Sonne die Spinnfäden durch die Luft segeln, dann spricht man im Volksmund vom ALTWEIBERSOMMER.

Wie es ausgerechnet zu diesem Begriff „Altweibersommer“ kam, ist nicht wirklich sicher überliefert. Man nimmt an, dass er sich von den Spinnfäden der Baldachinspinnen ableitet, die im glitzernden Licht ähnlich aussehen, wie ein langes, graues Frauenhaar.

Im Volksglauben wurden die Spinnweben der Baldachinspinnen auch für Gespinste von Elfen, Zwergen, der Nornen oder der Jungfrau Maria („Marienfäden“, „Mariengarn“, „Marienseide“, „Marienhaar“ oder „Unserer Lieben Frauen Gespinst“, „Mutter Gottes Gespinst“) gehalten. Im Volksglauben nahm man an, dass es baldige Hochzeit verheißt, wenn sich fliegende Spinnfäden im Haar eines jungen Mädchens verfangen. (Wikipedia)

Im September geht der Sommer nun langsam dahin und der Herbst beginnt bald. Die Natur gibt uns mit zahlreichen Gemüsearten, wie z.B. Bohnen, Blumenkohl, Kürbis, Tomaten, eine gutes Angebot um unserem Organismus vor dem kommenden Herbst etwas Gutes zu tun. Frisch geerntet und nur leicht gedünstet stärken die zur Zeit wachsenden Gemüse unsere Leber, Nieren und den Darm.

Sobald dann auch die ersten biologisch angebauten Weintrauben zu bekommen sind solltest Du täglich eine Hand voll davon essen. Oder presse Dir einen frischen Saft, gemischt mit Trauben und Äpfeln. Das reinigt Nieren und Blut.

Ein besonderes Rezept habe ich bei Rosina Sonnenschmidt entdeckt: Wenn die Haut  eine graue oder gelblich/schmutzige Farbe annimmt, kann man im September eine schöne Reinigung und Klärung erzielen. Dazu nehme man:

  • 1 geriebener Apfel
  • je eine Prise Muskatblüte, Paprika und Zimt
  • den Saft einer Apfelsine
  • 1 Hand voll Haferflocken

Genieße die warmen Spätsommertage des Altweibersommers und halte Dich so oft wie möglich draußen in der Natur auf!

Altweibersommer - Foto: pixabay

Altweibersommer – Foto: pixabay

Übrigens klagte vor einigen Jahren eine Frau gegen den Begriff „Altweibersommer“. Sie fühlte sich durch den Namen diskriminiert, als Frau und auch wegen ihres Alters. Das zuständige Landesgericht entschied jedoch, dass der Altweibersommer seinen Namen behalten darf, denn immerhin hat er diesen seit sehr langer Zeit.

Wir leben in einer sehr jugendorientierten Zeit, in der eine Frau ewig jung, cool und vital, aber keineswegs weise, grauhaarig und lebenserfahren aussehen darf. Die Bezeichnung „altes Weib“ hat einen negativen Beigeschmack. Das war früher anders und auch heute noch werden in vielen Kulturen, die älteren Frauen als weise Ratgeberinnen und Familienoberhäupter geehrt. Ich wage zu behaupten, dass diesen Frauen so etwas wie Wechseljahresbeschwerden fremd ist und wünsche mir sehr, dass es auch hier bei uns wieder zu einer Rückbesinnung und wertschätzenderen Haltung gegenüber den Alten und ihrer Lebenserfahrung kommt. Damit wir Frauen wieder mit stolz unsere Lebenslinien im Gesicht und unsere grauen Haare tragen.

Deine Luise

Nichts wie weg hier…

Foto: pixabay

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…auf, auf und davon! Selten zieht uns dieses Gefühl so stark von Zuhause weg, wie in den Sommerferien. Wir wollen raus aus dem Hamsterrad, die Sonne genießen und sehnen uns nach Tapetenwechsel, nach Ruhe und Stille; möglichst weit weg von dem hektischen Wahnsinn des Arbeitslebens. Elma hat in ihren letzten Beiträgen ausführlich von unseren Erwartungen an den Urlaub geschrieben. Denn wir wollen an einem perfekten Ort, für begrenzte Zeit ein kleines Paradies genießen – bevor wir wieder in die Normalwelt zurückkehren. Manchmal gelingt das, oft aber auch nicht.

Ganz realistisch betrachtet kann eine solche Einstellung ja auch auf Dauer nicht gut gehen, damit wirst Du mir sicher zustimmen. Es ist doch wirklich eine verkehrte Welt, in der wir uns nur gestresst von Woche zu Woche schleppen und dabei hoffen, mit ein paar Urlaubswochen unser Leben, unsere Vitalität und Lebenslust in Balance zu halten. Viel effektiver und schöner wäre es doch, einen viel achtsameren Umgang mit Dir selbst zu pflegen.

Beispielsweise könntest Du regelmäßige kleine Tages-Lichtblicke einplanen.

Foto: pixabay

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  • Das können bewusste Momente sein, in denen Du die Schönheit einer Pflanze in Deiner Umgebung wahrnimmst, oder einfach für einige Atemzüge auf Deinen Atem achtest und Dich spürst.
  • Du könntest aber auch den Tagesablauf immer wieder verändern, um nicht in Routine zu versauern. Dabei genügt es oft schon, einen anderen Weg zur Arbeit zu nehmen, oder vor dem Frühstück Yoga zu machen, oder zu meditieren.
  • Du musst auch nicht immer um die Regenpfützen herumlaufen. Warum nicht einmal genussvoll hereinspringen, wie ein Kind? 🙂

Sicher fällt Dir dazu noch viel mehr ein! Mir hilft es immer, wenn ich mir Wege aus der Routine suche. Und die regelmäßige Mondhüttenzeit bringt mir zusätzliche Energie, Vitalität und neue Kreativität. Dafür suche ich auch immer wieder nach neuen Mondhüttenplätzen. Wir werden demnächst darüber berichten.

Foto: pixabay

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Wozu also noch Urlaub, fragst Du jetzt vielleicht? Urlaub ist wundervoll und sollte wirklich nicht als Rettungsanker für den, aus dem Ruder gelaufenen, Alltag herhalten müssen.

Urlaub und Reisen, neue, fremde Orte entdecken und genießen, neue Menschen kennenlernen, erweitern nicht nur unseren äußeren, sondern auch unseren inneren Horizont. Urlaubsreisen können uns in die Stille und wieder ganz zu uns selbst führen, oder auch aufregend, prickelnd, elektrisierend, lehr- und entdeckungsreich unsere „Schatzkiste“ der wundervollen Erinnerungen auffüllen. Ich wünsche Dir einen traumhaften Urlaub, ganz nach Deinem Geschmack!

Deine Luise