Schlagwort: Erinnerung

Immer der Nase nach – dann geht es uns gut.

Die Düfte, die wir lieben!

Düfte entscheiden mit, ob wir uns wohlfühlen.

Wir denken und fühlen mit der Nase. Ehrlich! Ohne es zu merken, entscheiden wir beispielsweise über den Geruch eines Menschen, ob wir ihn mögen oder nicht. Auch wenn es unterbewusst geschieht: der Geruch entscheidet mit bei der Wahl des Partners.

Schon direkt nach der Geburt, wenn das Sehen noch nicht ausgereift ist, übernimmt der Geruchssinn die überlebenswichtige Aufgabe, die mütterliche Brust zu finden und die Muttermilch zu riechen. Nicht alle Gerüche sind uns angenehm, das hat auch was mit Überleben zu tun. Der saure Geruch schlecht gewordener Lebensmittel – oder schlimmer noch: der beißende Geruch einer Chemikalie –bewahrt uns davor, diese zu essen, zu trinken oder auch nur einzuatmen.

Dass wir manche Menschen sprichwörtlich nicht riechen können, hat auch mit unserem Geruchssinn zu tun. Unsere Riechschleimhaut, die dafür zuständig ist, enthält Millionen Geruchssinneszellen. Über Nervenbahnen leiten sie Duftreize ins sogenannte Riechhirn. Von dort gelangen die Informationen dann über den Hypothalamus ans limbische System. Diese Gehirnareale sind wichtig für Gefühle und Gedächtnis; sie steuern also auch das Gefühl, ob ich jemanden riechen kann oder nicht.

Ein hochkomplexes System, das sich auch erinnert. Düfte, die uns an schöne Momente in unserer Kindheit erinnern – wie zum Beispiel der Duft von frisch gekochtem Pudding, den Mama immer dann gekocht hat, wenn ich krank war – oder der Duft der Bücher, wenn wir in die Bücherei gingen. Ob das eine schöne Erinnerung ist, hmmm?! Das wird sicher der ein oder andere anders abgespeichert haben. Jedenfalls gibt es Gerüche, die wir lieben. Die uns an schöne Momente, an Glücksgefühle erinnern. Natürlich gibt es auch Gerüche, die uns sofort abscheulich vorkommen, aber an die will ich Euch jetzt gar nicht denken lassen. Welche Gerüche mögt Ihr denn besonders? Kommt Euch etwas in den Sinn?

Kannst Du Dich vielleicht noch an Dein erstes Parfum erinnern? Oder an das Deines ersten Freundes? Wenn Du das noch weißt, riech mal wieder an diesem Duft. Du wirst Dich wundern, welches Kopfkino das auslöst!

Luise hat in einem ihrer letzten Beiträge über die Verhütung geschrieben, speziell über die Pille. In einem Absatz erwähnte sie, dass die Pille auch den Geruchssinn verändert. Das ist eine Nebenwirkung, die erst einmal aus medizinischer Sicht kein Problem darstellt. Wenn Du Dir aber überlegst, wie fein die Düfte und Gerüche darüber entscheiden, wen Du gut riechen kannst, welcher Duft Dich glücklich macht und welcher Dich abstößt, dann bekommt das doch plötzlich eine große Bedeutung, oder?!

Wenn die Pille, die Dir helfen soll, nicht schwanger zu werden, aber dennoch eine erfüllte, glückliche Partnerschaft zu leben, gleichzeitig verhindert, dass Du Dich in den passenden Traumprinzen verliebst, dann finde ich, sollten wir sehr wach sein. Wichtig finde ich bei der Entscheidung, die Pille zu nehmen oder nicht, dass ich mich vorher genau erkundigt habe, worauf ich mich einlasse. Und welche Alternativen es gibt.

Lavendel - als Tee, als Duftöl, als Badezusatz.

Der Duft von Lavendel entspannt unsere Sinne.

Für unsere Mondhüttentage möchte ich Euch jedenfalls – aus Sicht unserer Nase – einladen, Euch mit Lieblingsdüften zu umgeben. Es sollte ein Duft sein, der Euch glücklich macht. Das kann ein kostbares Körperöl aus naturreinen, ätherischen Ölen sein oder ein Räucherstäbchen, das zum Einstiegs-Ritual für Euren Rückzugstag wird. Ihr werdet mit der Zeit spüren, dass Euch irgendwann schon der bloße Duft in diese Entspannung versetzen kann.

#Schreibwerkstatt: Welche Duft-Vokabeln fallen Dir ein? Welche Sprichworte kreisen in Deinem Kopf? Schreib sie alle auf. Sammle Wörter, die mit dem Riechen zusammenhängen. Du wirst staunen, wie viel wir davon ständig verwenden – ohne dabei konkret an die Nase zu denken!

Advent. Eine Zeit, die uns magisch einfängt. Nimm dir Zeit dafür.

Lichterglanz im Advent.

Lichterglanz im Advent.

Egal, ob wir uns schnell oder gar nicht berühren lassen von Zimtduft, Kerzenlicht oder Weihnachtsmärkten: Ich bin mir sicher, bis Weihnachten sind wir alle „infiziert“! Es ist einfach eine Zeit, die uns in eine Gefühlslage bringt, die Zusammensein mit Familie und Freunden besonders innig und festlich macht.

Sind es die Bräuche der Adventszeit?

Die Traditionen der Adventszeit, wie wir sie kennen, haben sich vor allem seit dem 16. Jahrhundert entwickelt, seitdem beginnt der Advent im Dezember. Im Mittelalter dachte man, dass die Erde 4000 Jahre alt war, die vier Adventswochen sollten demnach die Wartezeit auf das Erscheinen des Erlösers symbolisieren. Viele Adventsbräuche stammen  aus dem 19. und 20. Jahrhundert, so erschien beispielsweise der erste gedruckte Adventskalender im Jahr 1902. Der erste Adventskranz  wurde 1839 im „Rauhen Haus“ in Hamburg aufgehängt, in dem arme Kinderunter der Obhut der Kirche betreut wurden. Der Holzkranz hatte 20 kleine rote Kerzen für die Werktage und vier große Weiße für die Adventssonntage.

Was ist DIR wichtig im Advent?

Die Medien lullen uns jedes Jahr auf ihre Weise ein und versuchen uns immer früher zum Kauf von Weihnachtsgebäck, Schokoladen-Nikoläusen und Kerzen mitsamt Ständern zu animieren. Wann hast du das erste Weihnachtslied im Radio, im Supermarkt oder im Kaufhaus gehört, wann die ersten Dominosteine entdeckt? Ein Spekulatius schmeckt doch erst, wenn die Tage so kurz sind wie jetzt und die Temperaturen draußen eisig kalt werden! Deshalb: bestimm du selbst, wie deine Adventszeit stattfindet. Spüre nach, wieviel Tradition, wieviel Kindheitserinnerung du in diesen vier Wochen bis Weihnachten brauchst. Was hast du früher mit deinen Eltern in dieser Zeit gemacht? Was hat dir deine Oma gekocht und erzählt? Was habt ihr zusammen gebastelt?

Sich diesen alten Ritualen wieder bewusst zu werden, macht uns heute noch glücklich. Das sind individuelle Werte, die uns zurück an unsere Wurzeln bringen und sehr viel mit bedingungslosem Glücksgefühl zu tun haben. Wenn ein Kind sich freut, vergisst es alles um sich herum. Das können wir Erwachsenen doch kaum noch! Was geht uns doch alles noch parallel durch den Kopf?!

Achtsamkeit lässt sich genau jetzt wieder üben.

Nutze die Düfte deiner Kindheit, die Erinnerungen. Wenn du dich nicht mehr erinnerst, frag doch mal deine Mutter, deine Oma oder deine Tante. Was habt ihr in der Adventszeit zusammen gemacht? Du wirst sehen, dass sich auch deine Eltern und Großeltern freuen, diese alten Erinnerungen mal wieder auszupacken und sie mit dir zu teilen. Damit machst du dich und vor allem deine Liebsten und nächsten Verwandten glücklich. Und das sind Geschenke, die kein teures Geschenkpapier und keinen „special effect“ benötigen. Alles was du brauchst, ist Zeit, Wärme und Präsenz. Und dann reicht einfach zuhören und die Gemeinsamkeit genießen.

Ich freue mich auf diese Momente, bis bald, eure Elma

Wann hast Du das letzte Mal gestaunt?

Wie hört sich ein reifes Kornfeld im Sommerwind an? Quelle: pixabay, barley-1117282_640.

Wie hört sich ein reifes Kornfeld im Sommerwind an? Quelle: pixabay, barley-1117282_640.

Woran denkst Du, wenn ich Dir den Begriff „Vielfalt“ in den Kopf puste?

So, wie wir als Kinder die einzelnen samentragenden Propeller einer Pusteblume in die Welt gepustet haben, und ihnen gefühlt stundenlang hinterher geschaut haben. Oder Seifenblasen, die in allen Farben schillernd die Welt um uns vergessen machten, solange wir ihnen nachsahen. Bis sie platzten.

Die Welt um uns herum ist voll solcher Momente, die uns staunen lassen. Hier sind uns die Kinder weit voraus. Wann und wodurch verlieren wir eigentlich diese Eigenschaft, die kleinsten Dinge wahrzunehmen und staunend davorzustehen? Liegt es daran, dass wir uns durch zunehmende Körpergröße davon entfernen? Oder glauben wir, dass es wichtigeres im Leben gibt?

Die Vielfalt um uns herum können wir mit allen Sinnen erfassen. Es können hörbare Qualitäten sein. Weißt Du noch, wie ein gelb-trockenes Getreidefeld im warmen Sommerwind klingt? Oder wie ein sonnengelbes Rapsfeld riecht? Wie klingt es, wenn erste Regentropfen auf das Blätterdach

Erinnerst Du Dich? Quelle: Pixabay.

Kannst Du Dich an das geräusch des Baches erinnern, an dem Du als Kind gespielt hast? Quelle: Pixabay, child-499732_640.

über Dir fallen, wenn Du mitten in einem Laubwald stehst? Oder würdest Du den Bach Deiner Kindheit, in dem Du Hunderte von Staudämmen gebaut hast, am Geräusch erkennen?

Erinnere Dich. Und erinnere Dich an die Gefühle, die Du damit verbunden hast. Als Kind.

Vielfalt beginnt im Kopf. Oder besser: im Herz. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass sich unsere Sinne öffnen für die unglaubliche Schönheit um uns herum. Dann nehmen wir uns selbst auch wieder anders wahr, mit allem, was uns ausmacht. Im Lachen und Weinen ebenso wie im erschöpften Zustand oder energiegeladen und zielstrebig.

Die Vielfalt ist in uns. Das Staunen auch. Ich verordne Staunen als tägliche Dosis. Und ich bin mir sicher, sie macht fröhlich!

Deine Elma