Schlagwort: Experiment

Worte, die (d)eine Geschichte beherbergen

Mit Worten können wir Erinnerungen wachrufen. Quelle: pixabay.

Mit Worten können wir Erinnerungen wachrufen. Quelle: pixabay.

In meiner Schreibwerkstatt begegnet mir das immer wieder: Es gibt Worte, die uns irgendwie magisch anziehen. Und auch solche, die uns nichts sagen oder sogar unbehaglich sind. Worte, die uns seit der Kindheit vertraut sind. Worte, die geliebte oder ungeliebte Erinnerungen wachrufen.

Beim Texten kannst du diese Worte bewusst einsetzen und ihre Bedeutung nutzen. Worte, die beispielsweise eine allgemein bekannte Geschichte haben. So verwendete ich jetzt bewusst das Wort “beherbergen“. Wisst Ihr, woran ich dachte? Die Passage kennt doch bestimmt fast jede(r) aus der Weihnachtsgeschichte: … denn es war kein Platz in der Herberge.“  Ich wollte genau diese Bedeutungsschwere mitgeben. Nämlich, wie im Titel meines Beitrags schon verwendet: „Worte, die eine Geschichte beherbergen.“ Ich hätte auch schreiben können: Worte, mit denen wir bestimmte Erinnerungen verbinden. Aber das ist nicht das Gleiche, findet Ihr nicht?!

Es gibt auch Worte, die nicht wegen der Bedeutung oder dem Zusammenhang spannend sind, sondern aufgrund ihres Klanges. Ein Wort, das gleichermaßen zu einer Melodie wird, wenn man es ausspricht. Wie Harmonie, Simbabwe oder Sansibar. Habt Ihr auch welche? Schenkt sie mir, schreibt sie her und teilt sie mit allen. Es macht so einen großen Spaß, mit Worten umzugehen. Hier noch zwei: Sonnwendfeier oder Walpurgisnacht. Hmmm… diese Worte kann man schon fast tanzen. Was denkst du? Hast du dir Worte schon mal so angehört?

Das ist übrigens auch eine Art Mondhütte:  die eigenen Worte, die deine Geschichte beherbergen. Das ist absolut individuell. Und eine Welt für sich. Nein: eine Welt für dich!

Eure Elma

#Schreibübung: Such dir jeden Tag ein Wort, das dich begleitet. Schreib abends auf, was dabei alles passiert ist. Das wird ein ganz besonderes Tagebuch, das versprech ich dir.

Selbstversuch: Extrem-Mondhüttenzeit.

In den Sonnenaufgang hineinlaufen. Das ist Mondhüttenzeit!
In den Sonnenaufgang hineinlaufen. Das ist Mondhüttenzeit!

Sonnenaufgang. Mondhüttenzeit!

Endlich Urlaub! Ich hatte mir dieses Mal gar nichts vorgenommen. Ich wollte mal so richtig ausspannen. Urlaub als Mondhüttenzeit – ich sehnte mich danach: Endlich mal nur „sein“. Das war mein Plan.

Vor dem Urlaub war aber alles andere, als einfach nur „sein“. Da war „sein“ ein Fremdwort. Kein Wunder also, dass ich mich nach diesem Zustand sehnte. Endlich auszusteigen aus diesem Hamsterrad des Alltags. Ständig präsent und aufmerksam, kreativ und ideenreich zu sein. Ich hatte immer für alle und jedes Problem eine Idee, eine Lösung bereit. Kurz vor dem Urlaub fühlte ich mich leer, müde und ausgelaugt. Ohne Energie.

Eigentlich dürfte ich es gar nicht so weit kommen lassen. Eigentlich kannte ich meine Grenzen. Und ich wusste, dass ich sie schon lange überschritten hatte. Jetzt also wollte ich den Selbstversuch starten: Ich wollte in meinem Sommer-Urlaub eine „Extrem-Mondhüttenzeit“ leben.

Wie wollte ich das eigentlich anfangen? Ich hatte mir vorher keinen Plan machen können – das wäre aus meiner Sicht auch der falsche Weg gewesen. Der erste Schritt schien mir aber dennoch logisch: ich wollte erst einmal ausschlafen. An meinem ersten Urlaubstag stand nichts an als auszuschlafen. Und dann wollte ich weitersehen. So müde, wie ich über die letzten Wochen geworden war, hatte sich eine erhebliche Menge an Schlaf-Minusstunden angehäuft. Stunden, die ich unbedingt im Urlaub aufholen wollte.

Als ich am Morgen die Augen aufschlug, fühlte ich mich wach und unternehmungslustig. Endlich Urlaub! Endlich selbstbestimmt! Ich schaute auf den Wecker und erschrak fast: Es war kurz nach 6.00 Uhr. Die Sonne war noch nicht mal aufgegangen. Trotzdem stand ich auf – obwohl damit mein Plan vom langen Ausschlafen geplatzt war. Ich zog mich an und folgte einer spontanen Idee: Ich ging laufen. Dem Sonnenaufgang entgegen. Und, was

Sonnenaufgang. Spaziergang. Intensive Farben. Besondere Wahrnehmung.

Intensiv: Die Eindrücke vom Spaziergang.

soll ich sagen: ich war ein nachhaltig beeindruckt! Den langsam erwachenden Tag zwischen zum Teil abgemähten Feldern zu erleben, den Vögeln bei ihrem Morgenkonzert zu lauschen und das besondere Licht der aufgehenden Sonne zu erleben, das war ein unglaubliches Geschenk.

Inzwischen ist schon eine ganze Woche vergangen. Ich habe viel gemacht. Bestimmt zu viel. Allerdings habe ich aus diesem ersten Tag gelernt, die Dinge kommen zu lassen und mich treiben zu lassen. Pläne habe ich immer nur für den nächsten halben Tag gemacht – und dennoch: Nichts zu tun, um einfach nur zu „sein“, ist mir eigentlich nicht gelungen. Das ist eine Extremübung, für die ich noch lange üben muss.

Wie geht es Euch? Könnt Ihr mir Tipps geben, wie „abschalten“ geht? Wie dieses „Ruhe-in-Dir-selbst“-Gefühl geht? Ich glaube, es ist ein (zu) hoher Anspruch, das in einem kurzen, fest gesteckten Zeitrahmen schaffen zu wollen. Aber: ich habe noch ein paar Tage. Ich werde weiter üben!

Eure Elma

#Schreibübung: Ich schreibe jeden Abend auf, wie es mir an dem vergangenen Tag ging. Nicht die Ereignisse des Tages, sondern die Gefühle halte ich fest. Und dann vergebe ich dem Tag eine Farbe. Kann ich Euch sehr empfehlen: Es intensiviert das Erlebte und lässt die Tage zu einem kostbaren Schatz werden.

Unkraut, Heilpflanze oder einfach nur lecker?

Giersch

Bei Insektenstichen und Verbrennungen, auch Sonnenbrand, können frisch zerriebene Gierschblätter auf die betroffenen Hautstellen aufgelegt Linderung verschaffen Foto: Wikipedia

Hast Du einen Garten? Dann bist Du vielleicht im ewigen Kampf gegen das „Un“kraut schon manchmal verzweifelt. Es gibt da so ein ständig wieder, an allen Stellen, auftauchendes Kraut, das bis zu 90 cm hoch werden kann und von Juni bis August weiße Dolden entwickelt. Die Wurzeln bilden weite Ausläufer und so verbreitet es sich weit und sicher – selbst aus kleinsten Wurzelstückchen kann eine neue Pflanze wachsen, was schon ziemlich nerven kann. Ich spreche von Giersch (Aegopodium podagraria).

Was heute kaum noch jemandem bekannt ist: Giersch wurde schon vor langer Zeit, in der Volksheilkunde als Heilpflanze gegen Gicht, Rheuma und Harnwegsinfekte genutzt. In vielen Klostergärten wurde Giersch deshalb angebaut und nicht, wie heute, als Unkraut bekämpft und verschmäht. Kräuterpfarrer Künzle nannte Giersch eine “herrliche Medizin”. Er nutzte ihn als Mittel gegen Krampfadern, Husten, Wurmbefall, Zahnschmerzen, Gicht, Rheuma und Verstopfung. Schon im Mittelalter wurde Giersch bei Herzgefäßbeschwerden, Gicht, Rheuma und Ischiasschmerzen angewendet. Gicht ist wohl das Hauptheilungsgebiet des Giersch, so ist die Gicht sogar im lateinischen Namen erwähnt, “podagraria” bedeutet Gicht. Aegopodium bezieht sich auf das Aussehen der Blätter, welche einem Ziegenhuf ähneln, daher wird Giersch gleichfalls Geißkraut oder Geißfuß genannt..“ (http://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/giersch/)

Um die heilende Wirkung von Giersch zu nutzen kann man das nützliche Kraut als Tee überbrühen, oder auch als Badezusatz, im Sitzbad, z.B. gegen Hämorrhiden einsetzen. Auch lindernde Umschläge (aus dem Teeaufguß) oder auch eine Frühjahrskur mit Giersch-Frischsaft wird empfohlen.

Tee-Rezept:
2 Esslöffel getrocknetes Kraut oder frische Triebe vom Giersch auf 250 ml Wasser.
Kraut mit dem heißen Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Doch der Giersch ist auch ein hervorragendes Wildgemüse mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Er ist sogar dem sehr mineralstoffreichen Grünkohl weit überlegen und hat ungefähr viermal so viel Vitamin C als Zitronen.

Pesto_pixabay

Immer öfter findet man Rezepte mit Wildkräutern und Giersch, etwa als Spinat oder als Beilage in Suppen und Salaten. Auch als vitalstoffreiche Beigabe in den grünen Smoothies wird Giersch geschätzt und gemeinsam mit beispielsweise Knoblauchsrauke und Gundermann kann man aus Giersch ein leckeres Pesto zubereiten.

So verändert sich doch gleich der Blick in den Garten etwas und vielleicht freust Du Dich jetzt ja sogar, wenn bei Dir der Giersch wächst. 😉

Viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren – und falls Du ein leckeres Rezept gefunden hast, freuen wir uns, wenn Du es hier mit uns teilst!

Eure Luise

 

Das innere Mobilé: Richte Dich neu aus

Finde Deine Balance! Quelle: fotolia, animaflora.

Finde Deine Balance! Quelle: fotolia, animaflora.

Die Luft ist gereinigt, wir haben das schwere Hormongewitter der PMS-Tage überstanden, da zeigen sie sich gerne: Sehnsüchte, neue Ideen und Wünsche, sich selbst neu auszurichten. Mein Tipp: Dranbleiben! Denn jetzt habt Ihr die Energie für die Umsetzung.

Luise hat uns ja gerade sehr umfänglich teilhaben lassen an dem Ausmaß der prämenstruellen Phase. Wer von uns kennt sie nicht, diese Tage im Ausnahmezustand?! Und wieder hat sie uns damit die Augen geöffnet, oder?! Endlich lesen wir schwarz auf weiß, warum wir Frauen manchmal so empfindlich sind. Oft zeigen uns diese Gewitterphasen Disonanzen in unserem Leben. Ein Gefühl, dass etwas nicht so ist, wie wir es gerne hätten. „Normalerweise“ sind wir in der Lage, uns das schön zu reden oder zu kompensieren. An PMS-Tagen ist das oft nicht mehr drin. Dann überwiegt das Gefühl der Unbehaglichkeit. Kennt Ihr das?! Dieses Gefühl, Ketten sprengen zu müssen?

Seid einfach achtsam mit Euch, schaut genau hin und nehmt diesen Katastrophenzustand ernst. Lernt von diesen tiefen Momenten und hört auf Eure innere Stimme. Sie will gehört werden.

Oft bieten sich diese Veränderungsideen auch an, deshalb: bleibt aufmerksam! Vielleicht bietet sich ein neuer Kontakt, ein kreativer Kurs oder ein anderes Projekt, an dem Ihr Euch beteiligen könnt oder dass ihr vielleicht sogar selbst starten könnt. Nicht immer sind es die großen Dinge, die uns in solchen Situationen weiterbringen, es gelingt oft schon im Kleinen, eine neue Zufriedenheit herzustellen.

Ich vergleiche das gern mit einem Mobilé: Es hängt in Balance und kann einen leichten Windhauch durch sanfte Bewegungen ausgleichen. Ändere ich ein Teil im Gesamtgefüge, hat das Einfluss auf das ganze Mobilé. Alle Teile müssen sich neu ausrichten. So ist es auch, wenn wir in unserem Gefüge etwas ändern. Ob im familiären oder im beruflichen Umfeld müssen Veränderungen vom Umfeld mitgetragen werden. Und genauso spüren wir das auch in uns selbst. Eine Veränderung, auch wenn sie unbedeutend scheint, wirkt in andere Bereiche hinein. So kann eine neue Farbe im Kleiderschrank oder im Schlafzimmer eine ganz enorme Wirkung erzielen.

Vielleicht reicht bei Euch aber gerade eine Light-Version der Veränderung gar nicht aus. Dann muss ein großer Cut her. Wisst Ihr denn schon genau, was sich ändern muss? Oder braucht es noch Zeit, gefunden zu werden?

Schreibwerkstatt#: Schreib Dir die Begriffe, die Dir zum Thema Veränderung durch den Kopf gehen, auf. Schau Dir an, was da in Dir hochkommt: Sind es mehr die Bedingungen, die Dich

Foto: agusyonok/fotolia

Schreiben lässt neue Möglichkeiten sichtbar werden. Foto: agusyonok/fotolia

einengen, die Dir Unbehagen bereiten? Oder sind es die Dinge und Taten, die Du als Lösung dieses Leidensdrucks spürst? Vielleicht kannst Du sie auch nach diesen beiden Aspekten sortieren? Mach dann bitte weiter. Hör nicht auf, wenn der erste Gedankenstrom abreißt. Trag Deine Liste ruhig eine Zeit mit Dir herum und ergänze sie immer wieder. Du wirst sehen, dass Schreiben ein gutes Hilfsmittel ist, Dich näher zur Lösung zu bringen. Irgendwann ist sie plötzlich da! Und dann geht’s los.