Schlagwort: Faulenzen

Frühjahrsputz: Einfach mal nichts tun!

Frühling! Die beste Zeit, auszumisten. Quelle: pixabay.

Wie war euer Wochenende? Vollgestopft mit Terminen, Verabredungen und Verpflichtungen? Dazwischen Haushalt erledigen und Familie koordinieren? Ich glaube, diese „Agenda“ trifft auf eine Menge Menschen um uns herum zu und vermutlich gehört ihr auch dazu. Oder?! Ich gebe zu, auch mir gelingt es schlecht, ein Wochenende in Ruhe und ohne Termine zu haben. Was ist nur los in unserer Gesellschaft, die immer schneller, immer optimierter und immer rastloser wird?

Das geht solange, bis uns ein Grippevirus oder ein bakterieller Infekt niederstreckt und wir endlich Ruhe finden. Ganz ehrlich: Endlich ist eine Begründung da, ja fast eine Entschuldigung dafür, mal 3 Tage am Stück im Bett zu bleiben und zu schlafen. Einfach nur zu schlafen. Der diesjährige Grippe-Erreger hat so viele Menschen „erwischt“, dass es in vielen Büroetagen regelrecht leer war, dass Busse und Bahnen nicht mehr flächendeckend fahren konnten und vieles mehr. Ist die Grippe am Ende dieses Winters vielleicht auch deshalb so „erfolgreich“, weil wir so müde, so rastlos und erschöpft sind? Wir sind gefundenes Fressen für einen Virus.

Grundlos erschöpft... das ist ein gesellschaftliches Phänomen. Die Folgen sind vielfältig: „Typische Symptome sind ständige, nicht begründbare Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit“ ist ein Satz aus der Einleitung des Buches und damit treffe ich bestimmt bei vielen von euch ins Schwarze.

Der Frühlingsanfang steht vor der Tür. Auch, wenn wir noch Schnee schippen. Die Vögel zwitschern schon, die Krokusse, die Schneeglöckchen und Märzenbecher leuchten uns schon entgegen – jetzt ist also die beste Zeit, in unserem Leben aufzuräumen. Und damit meine ich nicht die Bluse vom letzten Sommer oder das Paar Schuhe, von dem wir uns nicht trennen können, die aber längst aus der Form geraten sind.

Räumt euer Leben auf und mistet aus: Verpflichtungen. Termine. Freunde. Stellt auf den prüfstand, was euch müde macht. Was euch zuviel ist und was euch Energie raubt. Und lasst Luft in euren Alltag. Frische Luft zum Atmen und für Mußestunden.

Meine Anregung für die kommende Woche: Einfach mal nichts tun. Jeden Tag eine halbe Stunde. Unvorstellbar, oder?! Aber probiert es einfach mal: Setzt euch einfach nur hin. Schaut aus dem Fenster oder auf ein schönes Bild an der Wand. Du brauchst dich nicht auf deinen Atmen konzentrieren, es hilft aber, zur Ruhe zu kommen. Wenn Gedanken hochkommen, nehmt diesen wahr, aber lasst ihn gehen und schaut wieder aus dem Fenster. Konzentriert euch auf das, was ihr seht, was ihr hört und was ihr fühlt. Einfach nur sein.

Eine halbe Stunde pro Tag. Für eine Woche. Das ist ein Frühjahrsputz, der euch, nein: der uns wirklich gut tut!

Eure Elma

Loslassen – was im November dran ist.

Mondhüttenplätze suchen. Und finden. Quelle: privat.

Wenn Menschen Ferien machen und von ihrer Urlaubsreise zurückkehren, kommt mit ihnen auch meist spürbar neue Lebensenergie zurück. Der Sommer und die Ferien liegen bei vielen von uns schon wieder eine Weile zurück und so lässt auch die neue Energie schon wieder nach.

Wer aber gerade jetzt im Herbst Urlaub macht und dabei nicht dem „schlechten Wetter“ hier entflieht, um den Sommer zu verlängern, sondern sich dem herbstlichen Treiben von Wind und Wetter, kälter werdenden Temperaturen und herumwirbelndem bunten Herbstlaub bewusst aussetzt, der kommt mit glühenden Wangen und innerlich beruhigt zurück.

Eine Freundin nannte es „kleines Hideaway am Meer“ als ich mit meinem Partner losfuhr.

Endlose Weite. Ruhe. Und Zeit. Quelle: privat

Wie auch immer, es war eine Zeit zum Loslassen und zur Ruhe kommen. Während der September noch prallvoll war mit Aktivitäten und der Gartenernte meiner Kürbisse und Tomaten glich, lehrte mich diese letzte Oktoberwoche das Loslassen. Sie kam mir senfgelb vor, ackerbraun, fast moorschwarz und petrolblau war das tiefste Blau, das ich fand. Dagegen stand die weiße Gischt im Kontrast, unterstrichen von pfeifend kaltem Wind, der mir resolut verdriesliche Gedanken aus dem Kopf pfiff. Losgelassen waren die Gedanken an den beruflichen Alltag, an die unerledigten Aufgaben, die ich zu Hause gelassen hatte. Alles fiel von mir ab.

Was mir da so gefällt, ist die Einfachheit. Die Reduzierung auf weniger. Die Ruhe von allem.

Oben im Norden, umgeben von der kälter werdenden See, verliert sich der Anspruch, den ich jeden Tag an mich selbst stelle. Wenn ich an der Wasserkante entlanglaufe, dem Spiel der Wellen und den angeschwemmten Muscheln meine ganze Aufmerksamkeit schenke, vergesse ich die innere Anspannung und die Zeit an sich. Ein großer Lehrmeister ist die Natur, wie ich dabei wieder lernen darf und sie schenkt mir neue Energie.

Der November ist ein Monat, der nicht viel von uns will.

Vielerorts erstickt der vor uns liegende November im Nebel, die Tage werden oft gar nicht mehr richtig hell. Es ist noch Zeit bis zum Advent, also Zeit, um wirklich loszulassen. Ansprüche über Bord zu kippen, den Motor etwas runterzufahren und das Drinsein wieder neu zu genießen. Jetzt wird es Zeit, den Lieblingsplatz neu zu entdecken und die Kuschelecke mit Kerze und Schmöker zum Stammplatz zu machen. Zum Mondhüttenplatz. 🙂

Es gibt sicher nicht viele Menschen, die den November zum Lieblingsmonat erklären. Das verstehe ich. Aber lasst uns doch mal seine Vorzüge sammeln. Ich begrüße ihn mit Freude und mit dem Gefühl, es darf jetzt wieder ruhiger werden. Es darf jetzt wieder gefaulenzt werden, es muss nicht mehr zwingend etwas im Garten gehackt und irgendetwas unternommen werden, weil die Sonne scheint. Der November ist Kerzenzeit. Und Teezeit. Und Lesezeit. Mir fällt noch viel ein – fern ab vom Alltagsgetöse. Euch auch?

Alles Liebe für heute, eure Elma

Übrigens: Mein Mondhütten-Hideaway war Amrum.

Menseshüttentage erfordern Übung

Sicher kennst Du das auch:

  • eigentlich hast Du Zeit
  • eigentlich könntest Du faulenzen
  • eigentlich könntest Du Dich ausruhen
  • eigentlich wäre endlich der richtige Zeitpunkt zum Loslassen gekommen

Foto: Rido/Fotolia

ABER, kaum dass Du es Dir auf dem Sofa gemütlich gemacht hast,

fallen Dir tausend Dinge ein, die noch dringend zu erledigen sind… Ich glaube, dass ist ein Phänomen, dass jede Frau schon einmal erlebt hat und ich kenne es nur zu gut. Irgendwo im Hinterkopf geistern noch uralte Verhaltensmuster, dass man erst dann richtig entspannen DARF (wer kontrolliert das eigentlich, außer uns?) wenn alle Pflichten erledigt sind. Nur ist es so, dass man mit Haushalt und eventuell als Mutter NIE alles fertig erledigen kann, denn die Arbeit wächst irgendwie immer aufs Neue nach.

Foto: pixabay

Umso wichtiger ist es, dass wir für uns Methoden finden um entspannen zu können. Am Anfang ist es vielleicht sinnvoll einen Block und Kugelschreiber mit ans Sofa oder die Hängematte im Garten zu nehmen. Immer wenn dann die Gedanken an unerledigte Arbeiten kommen, einfach auf dem Block notieren und anschließend den Gedanken loslassen, wegfliegen lassen wie einen Schmetterling. Auf KEINEN FALL aufstehen und Dinge erledigen! 😉 Wir wollen doch lernen uns Gutes zu tun, mit dem Ziel einen regelmäßigen Menseshüttentag in unseren Alltag zu integrieren. Mit der Zeit wird es einfacher. Menseshüttentage erfordern Übung!

Eine Kollegin erzählte mir vor Kurzem, dass ihr eine Bekannte folgendes schilderte: Sie ist berufstätig und hat eine kleine Tochter. Da Sie nur wenig Zeit mit dem Kind verbringen kann möchte sie deshalb, auch nicht nur einmal monatlich, die wertvolle Freizeit ohne ihre Tochter verbringen. Sie baut sich kleine Auszeiten im Alltag ein, z.B. wenn die Tochter ihre Tennisstunden hat. Dann setzt sie sich an den Spielfeldrand und sieht nur dem Ball hinter her – hin und her – hin und her – hin und her…. dabei vergisst sie alles um sich herum und kann tief entspannen. Vielleicht kannst Du solch kleine Wohlfühl- und Entspannungsinseln auch für Dich entdecken und integrieren. Es wäre schon ein guter Schritt in Richtung Menseshütte 😉

Deine Luise

Mondhüttenplätze – auf der Suche

Schon vor einiger Zeit haben Elma und ich beschlossen, nach „Mondhüttenplätzen“ Ausschau zu halten. Was wir unter einem „Mondhüttenplatz“ verstehen?

Foto: Vladimir Kudinov/unsplash

Foto: Vladimir Kudinov/unsplash

Nun, wir haben schon viel und ausführlich von der Mondhüttenzeit geschrieben. Dass es uns um soviel mehr geht, als um eine kurze Auszeit während der Menstruation oder einmal im Monat. Es geht darum, dass wir achtsamer mit uns selbst umgehen, dass wir wieder stiller werden, auf die leisen Töne des Lebens hören können, öfter mal den „push down“ Button in unserem Leben drücken.

Die Mondhüttenzeit sollten wir wie selbstverständlich in unseren Alltag einbauen können. Aber es gibt auch ganz besondere Plätze und Orte, die es uns leichter machen zu uns selbst zu finden und unsere eigene Stimme wieder zu hören. Das können ganz eigene Kraftorte sein, z.B. ein besonderer Baum im Stadtwald, ein Hügel mit Blick auf Dein(e) Dorf/Stadt, ein kleiner Bachlauf… Es würde uns sehr interessieren, was genau DEIN besonderer Mondhüttenplatz ist und wir berichten dann gerne hier im Frauen-Blog darüber.

Für mich hat es eine ganz besondere Qualität, wenn ich im Wald unterwegs bin. Dort kann ich mich regenerieren und ruhig werden. Einer meiner besonderen Kraftorte ist der Sansenhof im Odenwald. Gerade komme ich von dort.

sansenhof_herbst

Sansenhof im Herbst

Der Sansenhof liegt fast 500 m hoch und befindet sich direkt an der hessischen Grenze zu Bayern. Von der B469 kommend schlängelt sich eine romantische, schmale Landstraße durch den Odenwald bergauf und irgendwann, hinter einer Kurve, geht es links ab in eine noch schmalere Zufahrtsstraße durch den Wald… und dann ist man da, fast wie in einer anderen Welt. Mir geht „das Herz auf“, wenn ich die lange Lindenallee sehe, die über das Hochplateau, das als Golfplatz angelegt ist, führt. Irgendwann sieht man dann das Hotel Gut Sansenhof. Mit 12 Zimmern ein kleines, privates Hotel mit großzügigen Zimmern, in denen man sich einfach nur wohlfühlt. Ich fühle mich dort wie „raus aus der normalen Welt“ und genieße die Natur, den Wald mit seinen unzähligen Wanderwegen.

Im kommenden Jahr wird es dort einige Auszeit-Wochenenden für Frauen geben. Vielleicht sehen wir uns dort?

Alles Liebe, Deine Luise