Schlagwort: Rituale

Auch ungesund: Zuviel Schlaf.

Am Wochenende lange ausschlafen – das bringt gar nichts. Foto: pixabay.

Zu viel Schlaf? Wie bitte? Die meisten von uns schlafen doch viel zu wenig, dachte ich. Jeder zweite von uns sehnt sich doch nach einem Wochenende, um endlich mal wieder auszuschlafen. Oder?! Also mir geht es so – ich oute mich gerne. Das größte Geschenk für mich: Bis mittags zu schlafen. Doch ich musste auch lernen: Mehr als 9 Stunden Schlaf sind langfristig ungesund. Oder sagen wir mal so: Mehr als 9 Stunden Schlaf machen müde.

Unter der Woche steht der Schlaf ganz hinten auf der Liste der Lieblingsbeschäftigungen. Schlafen? Was für eine Zeitverschwendung. Oder?! Unsere Gesellschaft ist doch ständig auf der Überholspur und permanent übermüdet. Wer aber glaubt, sich das Schlafen bis zum Wochenende aufzuheben, der macht einen Fehler. Regelmäßier Schlaf sorgt für ein gesundes Funktionieren unseres Körpers, denn im Schlaf laufen wichtige  Prozesse und Regeneration im Köroer ab. Entspann` Dich also. Eine Studie hat untersucht, ob zuviel Schlaf krank macht: Von Teilnehmern der Studie, die 7 bis 9 Stunden regelmäßg schliefen, zeigten 29% eine Veranlagung zu Depressionen; vonTeilnehmern die dauerhaft 9 oder mehr Stunden schliefen, zeigten 49% Symptome.

Wir sollten also nicht  das Schlafen bis zum Wochenende aufschieben, sondern gleichmäßig ausreichend schlafen. Dazu gehören Einschlafrituale, eine zum Abend hin ruhiger werdende Lebensweise, ausreichend Bewegung und Sport und eine geeignete Ernährung, vor allem am Abend. Die „richtige“ Menge Schlaf ist übrigens altersabhängig – aber auch immer sehr individuell. Im Schnitt brauchen

  • Neugeborene (0-3 Monate) 14-17 Stunden.
  • Säuglinge (4-11 Monate) 12-15 Stunden.
  • Kleinkinder (1-2 Jahre) 11-14 Stunden.
  • Vorschulkinder (3-5 Jahre) 10-13 Stunden.
  • Ersten Schuljahre (6-13 Jahre) 9-11 Stunden.
  • Jugendliche (14-17 Jahre) 8-10 Stunden.
  • Junge Erwachsene (18-25 Jahre) 7-9 Stunden.
  • Erwachsene (26-64 Jahre) 7-9 Stunden.
  • Senioren (ab 65 Jahre) 7-8 Stunden.

„Slow down your life“ – das ist der Schlüssel zu einem mehr und mehr stimmigen Rhythmus, der uns eine ständige Müdigkeit ersparen kann.  Ein Schlüssel gegen die ständige Rastlosigkeit. Steig doch aus, bleib einfach mal zuhause. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die Tage so kurz und die Abende lang sind. Lesen, handarbeiten, handwerken. Dazu Kerzenlicht, eine Tasse Tee – das ist Mondhüttenzeit.

Und wer noch mehr „wagen“ möchte: Geh doch auch den Alltag etwas langsamer an und plane feste Zeiten für Sport und Bewegung an der frischen Luft ein. Das macht leistungsfähig. Und glücklich. Um abends besser runter zu kommen, dafür hat Luise uns letzte Woche schon wertvolle Tipps gegeben. Gedichte zu lesen vor dem Einschlafen, das möchte ich Dir heute empfehlen. Haikus beispielsweise sind kurze Dreizeiler in einer ganz alten japanischen Tradition. Diese sind so vielschichtig, so berührend, dass sie Dich beruhigen und in den Schlaf tragen können. Das kann ein abendliches Ritual werden. Ein Haiku lesen und mit dem Gefühl zu diesem Gedicht langsam tiefer und tiefer sinken, alles andere vergessen und ruhiger werden. Du löschst das Licht und freust Dich auf einen erholsamen Schlaf, der leicht und selbstverständlich kommt.

Schlaf also gut – und nicht zu lange.

Deine Elma

 

Advent. Eine Zeit, die uns magisch einfängt. Nimm dir Zeit dafür.

Lichterglanz im Advent.

Lichterglanz im Advent.

Egal, ob wir uns schnell oder gar nicht berühren lassen von Zimtduft, Kerzenlicht oder Weihnachtsmärkten: Ich bin mir sicher, bis Weihnachten sind wir alle „infiziert“! Es ist einfach eine Zeit, die uns in eine Gefühlslage bringt, die Zusammensein mit Familie und Freunden besonders innig und festlich macht.

Sind es die Bräuche der Adventszeit?

Die Traditionen der Adventszeit, wie wir sie kennen, haben sich vor allem seit dem 16. Jahrhundert entwickelt, seitdem beginnt der Advent im Dezember. Im Mittelalter dachte man, dass die Erde 4000 Jahre alt war, die vier Adventswochen sollten demnach die Wartezeit auf das Erscheinen des Erlösers symbolisieren. Viele Adventsbräuche stammen  aus dem 19. und 20. Jahrhundert, so erschien beispielsweise der erste gedruckte Adventskalender im Jahr 1902. Der erste Adventskranz  wurde 1839 im „Rauhen Haus“ in Hamburg aufgehängt, in dem arme Kinderunter der Obhut der Kirche betreut wurden. Der Holzkranz hatte 20 kleine rote Kerzen für die Werktage und vier große Weiße für die Adventssonntage.

Was ist DIR wichtig im Advent?

Die Medien lullen uns jedes Jahr auf ihre Weise ein und versuchen uns immer früher zum Kauf von Weihnachtsgebäck, Schokoladen-Nikoläusen und Kerzen mitsamt Ständern zu animieren. Wann hast du das erste Weihnachtslied im Radio, im Supermarkt oder im Kaufhaus gehört, wann die ersten Dominosteine entdeckt? Ein Spekulatius schmeckt doch erst, wenn die Tage so kurz sind wie jetzt und die Temperaturen draußen eisig kalt werden! Deshalb: bestimm du selbst, wie deine Adventszeit stattfindet. Spüre nach, wieviel Tradition, wieviel Kindheitserinnerung du in diesen vier Wochen bis Weihnachten brauchst. Was hast du früher mit deinen Eltern in dieser Zeit gemacht? Was hat dir deine Oma gekocht und erzählt? Was habt ihr zusammen gebastelt?

Sich diesen alten Ritualen wieder bewusst zu werden, macht uns heute noch glücklich. Das sind individuelle Werte, die uns zurück an unsere Wurzeln bringen und sehr viel mit bedingungslosem Glücksgefühl zu tun haben. Wenn ein Kind sich freut, vergisst es alles um sich herum. Das können wir Erwachsenen doch kaum noch! Was geht uns doch alles noch parallel durch den Kopf?!

Achtsamkeit lässt sich genau jetzt wieder üben.

Nutze die Düfte deiner Kindheit, die Erinnerungen. Wenn du dich nicht mehr erinnerst, frag doch mal deine Mutter, deine Oma oder deine Tante. Was habt ihr in der Adventszeit zusammen gemacht? Du wirst sehen, dass sich auch deine Eltern und Großeltern freuen, diese alten Erinnerungen mal wieder auszupacken und sie mit dir zu teilen. Damit machst du dich und vor allem deine Liebsten und nächsten Verwandten glücklich. Und das sind Geschenke, die kein teures Geschenkpapier und keinen „special effect“ benötigen. Alles was du brauchst, ist Zeit, Wärme und Präsenz. Und dann reicht einfach zuhören und die Gemeinsamkeit genießen.

Ich freue mich auf diese Momente, bis bald, eure Elma

SLOW CHRISTMAS oder: wofür Rituale gut sein können.

Foto: 9comeback/fotolia

Erster Advent, die Kerze anzünden. Ein geliebtes Ritual. Foto: 9comeback/fotolia

Wie zu keiner anderen Zeit zelebrieren wir die Wiederholung von Dekorationen, von Abläufen und Verabredungen, wie in der Advents- und Weihnachtszeit, oder?! Ertappt Ihr Euch nicht auch beim Auspacken der Kisten mit Weihnachtsschmuck und Kerzenständern, den zahlreichen Engeln, Sternen und Herzen zum Hinhängen dabei, wie Ihr in Erinnerungen schwelgt?

Was ich besonders gern habe, um in diese Stimmung zu kommen, ist eine bestimmte Sorte Räucherstäbchen. Sie sind bestimmt für diesen Moment des Schmückens. Kennt Ihr das? Zimtsterne, Lebkuchen und Stollen – sie duften durch unsere Räume und transportieren schöne Erinnerungen zurück. Auch die erste Adventskerze, die wir gestern angezündet haben, ist Teil dieses Weihnachtsrituals. Sie schenkt uns eine innere Wärme, eine Geborgenheit und eine Nähe zu unseren Lieben, die das vergangene Jahr ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein scheint. Also, wenn es die Weihnachtszeit schafft, uns einzufangen und runter zu fahren, wäre das ein Gewinn für uns alle! Zu schnell rennt die Zeit, rennen wir durchs Leben, schauen wir zu wenig auf den Moment, genießen ihn zu wenig.

Gerade wird viel über Slow food gesprochen. Hier schlägt sich eine Sehnsucht nieder, finde ich. Eine Sehnsucht nach mehr Lebensqualität – statt Quantität. An Weihnachten wünschen wir uns das auch. Und rennen doch wieder. Nach Geschenken. Zu Weihnachtsfeiern. Auf Weihnachtsmärkte.

Eine Tasse Chai - pure Gemütlichkeit.

Düfte – das Tor in eine entspannte Weihnachtszeit. Foto: unsplash / carlijean

Ich, Elma, die so gern von der Mondhütte schwärmt, ich plädiere für Slow Christmas in diesem Jahr! Was haltet Ihr davon? SLOW CHRISTMAS. So still und leise und leicht, wie Schneeflocken vom Himmel fallen, so wünsche ich mir die Zeit bis Weihnachten. Leicht, luftig und leise. Damit ich hören kann, was mir meine Erinnerungen erzählen wollen, wenn ich einen selbstgemachten Chai trinke und dabei gemütlich auf dem Sofa sitze. Und sonst nichts mache. Wenn ich mit meiner Schwester telefoniere und mich mit ihr auf Weihnachten freue, auf unser Wiedersehen bei den Eltern. Wie in jedem Jahr. Wenn ich die schreckliche Weihnachts-CD auflege, die meine Kinder so gern gehört haben. Gesungen von der Kelly-Family. Schrecklich. Schön. Und so Weihnachten!

Bewahrt Euch diese Freude über diese kleinen Dinge und bewahrt Euch die Rituale, die für Euch Weihnachten ausmachen! Holt sie raus aus dem Keller und aus den Kisten. Sie sind es wert. Und sie tun so gut.