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Voll retro: Briefe schreiben

Einen Brief schreiben – für beide etwas besonderes: für Sender UND Empfänger! Foto: pixabay.

Fast altmodisch komm ich mir vor: Ich habe mir einen wunderschönen Büttenpapier-Block gekauft und einen Stift, mit dem ich schön schreiben kann (das geht nämlich nicht mit jedem!) und jetzt sitze ich an meinem kleinen Schreibtisch, ganz ohne Labtop und PC, und schreibe einen echten Brief!

Die Idee kam mir, als ich Euch von den „kleinen Schritten“ schrieb. Einen Brief schreibe ich viel achtsamer, nehme mir viel mehr Zeit und denke über das, was ich schreibe, viel mehr nach. Heutzutage (auch so ein retro-Wort) bekommt doch kaum noch jemand einen handgeschriebenen Brief, oder?! Denk doch mal nach, wann hast du das letzte Mal einen bekommen? Selbst die Postkarte aus dem Urlaub ist schon einer Whatsapp-Nachricht mit Foto gewichen. Unser Kühlschrank hing früher voll mit diesen Grüßen aus aller Welt; heute bleibt er weitgehend leer.

Ich finde, wir sollten diese fast verlorene Lebenskunst wiederbeleben! Wir alle sehnen uns doch nach Entschleunigung, nach achtsamem Umgang miteinander. Nach einem bewussten Leben.

Das Schöne am Briefe schreiben ist: du nimmst dir Zeit. Zeit für dich selbst und für eine ruhige, fast meditative Phase. Für ein inneres Zwiegespräch mit deiner Freundin, deiner Mutter, deinem Partner. Du überlegst dir, was du ihm oder ihr erzählen willst. Was dir wichtig ist, was es Neues gibt. Ich bin mir sicher, dass du es anders formulierst, wenn du einen Stift über ein fein strukturiertes Papier gleiten lässt, als wenn du ein paar Zeichen in ein Nachrichtenfeld tippst und „senden“ drückst. Oder?!

Brieffreundschaften – echt retro. Und soooo schön! Foto: Pixabay.

Wer von Euch hat denn beispielsweise zum Muttertag einen Brief oder eine Karte geschrieben? Ich halte ja generell nicht viel von der kommerziellen Aufblähung des Muttertags, aber ich selbst hätte auch ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich mich nicht mit ein paar Gedanken bei meiner Mutter gemeldet hätte. Nicht jedes Jahr ist die Zeit da, sie zu besuchen. Aber es muss ja auch nicht zwangsweise der Muttertag sein. Ein handgeschriebener Brief ist eine echte Überraschung. Eine, die nicht viel kostet, außer Zeit und Muße.

Die Freude über einen solchen Brief ist auch deshalb so groß, weil der Empfänger sofort weiß und spürt: Ich habe mir für ihn persönlich Zeit genommen. Und genauso, wie ich mir zum Schreiben Zeit genommen habe, nimmt sich der/die Empfänger(in) Zeit, den Brief zu öffnen und zu lesen. Allein diese Freude beim Briefkasten öffnen ist es wert, einen Brief geschrieben zu haben. Finde ich und freue mich über jeden Brief, der handgeschrieben bei mir ankommt!

Probiers aus. Nimm dir Zeit für einen lieben Menschen und schicke ihm deine Gedanken.

Deine Elma

Übrigens: handgeschriebene Briefe werden gern aufgehoben.

Entgiften im Kopf oder: Detox fürs Gehirn

Nach dem Winter brauchen wir eine Entgiftung im Kopf. Quelle: pixabay.

Detox – oder entgiften – ist gerade in aller Munde. Jedes Frühjahr sehen wir uns wieder mit neu angesammelten Pfunden vor dem Spiegel oder dem Kleiderschrank. Die Sommerhosen und –röcke wollen nicht mehr zugehen. Schrecklich! Also: Abnehmen, diäten oder erstmal – viel sinnvoller – entgiften.Wir wollen den Körper von all dem Überflüssigen befreien, was er über die vergangenen Wintermonate angesammelt hat. Doch was ist mit dem Kopf? Wie geht Entgiften hier? All die vielen Ideen, Vorhaben oder Pläne, die zwar im Kopf herumschwirren, aber bisher noch nicht annähernd in Umsetzung gekommen sind? Die Trägheit, die sich längst breit gemacht hat und verhindert, dass wir uns auf eine Sache konzentrieren können. Die beseitigen wir jetzt. Die Entgiftung im Kopf ist mindestens so wichtig, wie die des Körpers.

Grund für die Notwendigkeit, auch den Kopf zu entgiften ist, dass wir einfach immer mehr mit uns herumschleppen. Die heutige Informationsflut, die vielen mobilen Endgeräte, die vielschichtigen und vielfältigen Anforderungen, denen wir uns stellen müssen… schlichtweg: Stress auf allen Ebenen. Und der „übersäuert“ Geist und Seele.

Schritt 1: Alles aus dem Kopf

Was schwirrt denn alles in deinem Kopf herum? Das finden wir jetzt heraus. Die Leute von „Getting things done“  haben hierzu tolle Ideen. Nimm Dir also Zeit, etwa 1-2 Stunden und schreibe alles auf, was dir im Kopf herumgeht. Lass Deine Gedanken dabei frei spazieren gehen. Alles, was kommt, wird aufgeschrieben  wichtig oder unwichtig. Da darf stehen, dass die Milch alle ist, oder dass Du schon immer mal den anderen Bio-Supermarkt mal testen wolltest, dass Du Vorräte sinnvoller pflegen und wieder aufbrauchen wolltest. Denk an deinen Job, welche To-Do´s gehen dir hier durch den Kopf? Was wolltest du immer schon angehen? Sammle erst mal einfach alles. So verrückt es auch klingt. Denk an eine der letzten Nächte, die du wach lagst und deinem Gedankenkarusell alle Freiheiten gelassen hast. Alles ist wichtig, alles wird jetzt außerhalb deines Kopfes gesammelt. Damit der Kopf frei davon wird. Nimm dir genug Zeit dafür. Es darf ruhig auch minutenlange Pausen geben. Du wirst sehen, da kommt noch mehr nach oben! Ich bin sicher: Danach fühlt sich der Kopf schon ein wenig leichter an, oder?!

Am kommenden Tag(lass ruhig erstmal etwas Zeit vergehen), kannst du Prioritäten schaffen, indem du farbig Zusammengehörigkeiten oder eine Rangfolge fürs Erledigen anlegst. Mein Rat: wir sind nicht beim Marathon. Schenk dir Zeit, diese Punkte langsam abzuarbeiten. Und hinterfrage auch, was davon kannst du eventuell an andere abgeben, also delegieren, und was kannst du auch getrost streichen.

Schritt 2: Sammle deine negativen Gedanken ein

Wichtig sind nicht nur die Aufgaben, die Dir das Leben und den Kopf schwer machen und viel Energie kosten. Es sind auch die Gedanken, mit denen wir uns und unser Tun ständig bewerten. Oft auch im Unterbewusstsein. Es wird nicht leicht sein, an all diese Gedankenmuster dran zu kommen. Es lohnt sich, immer ein kleines Notizbuch dabei zu haben. Hier könnte auch die oben angefangene Liste drin aufgeschrieben sein. Von der anderen Seite her fängst Du an mit den Gedanken, die dich behindern, fröhlich, glücklich und selbstbewusst zu sein. Ausleeren, wie auf einen Komposthaufen, nenn ich das. Wenn der Kompost lange genug liegt, wird wieder brauchbare Erde daraus. Allein deshalb lohnt sich der Vergleich!

Schritt 3: Jetzt aber: Belohn´und lob dich!

Auch das gehört zum Entgiften: Fülle mit positiven Gedanken die Lücken! Nimm dir am Tagesende Zeit, auf den vergangenen Tag zu schauen. Schreib auf, was du alles erledigt hast oder auf den Weg gebracht hast. Wer sich über dich gefreut hat? Wer hat dich angelächelt? Wen hast du angelächelt? Worüber hast du dich heute besonders gefreut?

Wenn du dein kleines Notizbüchlein zuschlägst, sollte das dein letzter Gedanke sein: Die Freude, die du heute erlebt hast. Lass sie sich in deinem ganzen Körper ausbreiten und genieß beim Einschlafen dieses kleine Glücksgefühl.

Überlege dir, ob du solche Aufräum- und Innehalt-Sequenzen zum Kopf-

Der Frühling macht es uns leicht: Entgiften ist jetzt sehr wirkungsvoll. Quelle: pixabay.

Entgiften regelmäßig einbauen kannst. Einmal monatlich? Oder einmal wöchentlich? Dann, wenn du dir die Woche vornimmst, was du erledigen, schaffen und bewältigen willst? Welche Highlights du einplanst und welche Freunde du treffen willst? Nach ein paar Wochen wird das zu dir gehören wie das tägliche Zähneputzen. Und dein Kopf wird leerer, freier und glücklicher sein! Ein toller Neuanfang jetzt, zum Frühlingsstart, oder?!

Viel Spaß beim Entgiften wünscht dir

Deine Elma

Geh spazieren mit einem Wort.

Die Natur ist kurz davor, den Frühling zu begrüßen – alles wartet schon darauf. Durchhalten ist angesagt. Foto: pixabay.

Ich beschäftige mich gerne mit einem einzelnen Wort. Das kann ich wie einen Kaugummi in mir herumkauen oder –denken. Dabei kommen mir die unterschiedlichsten Ideen. Manchmal steht die Melodie des Wortes beim Aussprechen im Vordergrund. Oder die Erinnerungen, die das Wort nach oben ins Bewusstsein schwämmt.

Heute ging mir „durchhalten“ durch den Kopf. Ob sich wohl ein Marathonläufer bei Kilometer 37 mit dem Mantra „durchhalten. durchhalten. durchhalten …“ Meter um Meter zum Ziel  quält? Oder wird sich eine Schnecke, die über eine geteerten Weg auf die andere Seite kriecht, mit diesem Wort zum Weitermachen motivieren? Dieser Gedanke kam mir übrigens durch das Buch „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ von Elisabeth Tova Bailey, die dem Leser ganz nebenbei ziemlich viel über die – im Garten unbeliebten – Schnecken erzählen kann. Oder meine Erinnerung an die Vorbereitung auf die Prüfung zum Heilpraktiker. Da bekam „DURCHHALTEN“ eine ganz neue Bedeutung. Neben Job, Haushalt und Kindern galt es eine ganze Menge Stoff zu verstehen und auswendig zu lernen.

Heute waren wir, hinausgelockt von der noch kühlen Februarsonne, zu einem Spaziergang über die Felder aufgebrochen. Irgendwie roch es schon nach Frühling. Einzelne Vögelchen zwitscherten auch schon so fröhlich, dass ich mich von ihnen anstecken ließ. Sträucher, Bäume und Wiesen „schlafen“ aber noch. Wintergraues Gras und verholztes Gestrüpp vom Vorjahr liegt noch auf allem. Schaut man aber näher hin, erkennt man schon die ersten Knospen! Wir konnten auch schon ein paar Weidenkätzchen finden, das hat in mir wahre Freude ausgelöst. Die

Schneeglöckchen – die wollen nicht mehr warten.

Schneeglöckchen trösten uns irgendwie auch und helfen beim Durchhalten. Es ist also nicht mehr lange hin, bis die Natur wieder ins Grün schießt. Durchhalten, liebe Wiesen und Laubwälder, Feldraine und Hinterhofgärten! Durchhalten – da war es wieder. Ich muss es mir auch immer wieder sagen, ich kann es kaum noch abwarten, ich brauche den Frühling für meine Seele. Ich will die Vorhänge und Fenster aufreißen und die frische Luft des Frühlings hereinlassen! Begleitet von Vogelgezwitscher, von ersten Heimwerker-Geräuschen aus der Nachbarschaft und ausgelassenem Hundegebell und lachenden Spaziergängern, die jetzt auch wieder mehr unterwegs sind ( vor allem die Lachenden!). Ja, hoffentlich ist es bald soweit.

Durchhalten – das war mein Wort heute. Hast du auch mal mit einem Wort den Tag verbracht? Das ist nicht so üblich, oder?! Ab jetzt bist du eingeladen, deine Gedanken mit einem Wort spazieren zu lassen! Das ist Mondhüttenzeit und Gehirn-Spaziergang. Die Gedanken springen von Erinnerungen zu aktuellen Wahrnehmungen und setzen einen ganz individuellen Fokus. Probier´ es aus und hab Spaß damit.

#Schreibwerkstatt: Führe doch ein Tagebuch damit! Fünf-Minuten-Schreibzeiten am Abend mit dem Wort des Tages.

Deine Elma

Worte, die (d)eine Geschichte beherbergen

Mit Worten können wir Erinnerungen wachrufen. Quelle: pixabay.

Mit Worten können wir Erinnerungen wachrufen. Quelle: pixabay.

In meiner Schreibwerkstatt begegnet mir das immer wieder: Es gibt Worte, die uns irgendwie magisch anziehen. Und auch solche, die uns nichts sagen oder sogar unbehaglich sind. Worte, die uns seit der Kindheit vertraut sind. Worte, die geliebte oder ungeliebte Erinnerungen wachrufen.

Beim Texten kannst du diese Worte bewusst einsetzen und ihre Bedeutung nutzen. Worte, die beispielsweise eine allgemein bekannte Geschichte haben. So verwendete ich jetzt bewusst das Wort “beherbergen“. Wisst Ihr, woran ich dachte? Die Passage kennt doch bestimmt fast jede(r) aus der Weihnachtsgeschichte: … denn es war kein Platz in der Herberge.“  Ich wollte genau diese Bedeutungsschwere mitgeben. Nämlich, wie im Titel meines Beitrags schon verwendet: „Worte, die eine Geschichte beherbergen.“ Ich hätte auch schreiben können: Worte, mit denen wir bestimmte Erinnerungen verbinden. Aber das ist nicht das Gleiche, findet Ihr nicht?!

Es gibt auch Worte, die nicht wegen der Bedeutung oder dem Zusammenhang spannend sind, sondern aufgrund ihres Klanges. Ein Wort, das gleichermaßen zu einer Melodie wird, wenn man es ausspricht. Wie Harmonie, Simbabwe oder Sansibar. Habt Ihr auch welche? Schenkt sie mir, schreibt sie her und teilt sie mit allen. Es macht so einen großen Spaß, mit Worten umzugehen. Hier noch zwei: Sonnwendfeier oder Walpurgisnacht. Hmmm… diese Worte kann man schon fast tanzen. Was denkst du? Hast du dir Worte schon mal so angehört?

Das ist übrigens auch eine Art Mondhütte:  die eigenen Worte, die deine Geschichte beherbergen. Das ist absolut individuell. Und eine Welt für sich. Nein: eine Welt für dich!

Eure Elma

#Schreibübung: Such dir jeden Tag ein Wort, das dich begleitet. Schreib abends auf, was dabei alles passiert ist. Das wird ein ganz besonderes Tagebuch, das versprech ich dir.