Verhüten mit der Pille?

Mondhütte - Antibabypille

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Seit den 1960er Jahren gilt die Antibaby-Pille als sicherstes Verhütungsmittel. Frauen konnten mit der Pille zum erstenmal selbst bestimmen, wann sie schwanger werden wollten. Ein riesiger Fortschritt für die Emanzipation der Frau, mit Auswirkungen auf die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht. Zum ersten Mal war Frauen ein freies Sexualleben möglich, ohne Gefahr zu laufen dabei ungewollt schwanger zu werden. Ein riesiges Geschäft für die Pharma-Industrie tat sich auf, das sogar die Umsätze mit Aspirin in den Schatten stellte. Gewisse Nebenwirkungen der täglichen Hormoneinnahme waren bekannt und wurden den Frauen auch tendenziell mitgeteilt, aber meist verharmlost und in Kauf genommen.

Doch wie sehen die Erfahrungen jetzt, Jahrzehnte seit Beginn der Pillen-Ära aus? Wie gehst Du denn mit dem Thema „Verhütung“ um?

Foto: unsplash / Fade Qu

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Ich kenne junge Frauen, denen von ihrem Gynäkologen schon in sehr jungem Alter die Antibaby-Pille verschrieben wurde. In einer Zeit, in der der eigene Menstruationszyklus noch gar nicht regelmäßig und eingespielt war. Nach vielen Jahren der Pilleneinnahme kam dann irgendwann der feste Lebenspartner und ein Kinderwunsch. Die Pille wurde abgesetzt, die eigene spontane Monatsblutung ließ monatelang auf sich warten und der Kinderwunsch noch viel länger. Wen wundert das? Der Organismus muss ja doch auch erst wieder lernen, ohne die täglichen Hormongaben zu funktionieren. Das wird umso schwieriger, je früher mit der Pille angefangen wurde und je empfindlicher eine Frau auf die Hormongaben reagiert.

Ungeachtet aller Nebenwirkungen wie u.a. Thrombosegefahr, Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck, Störungen im Leberstoffwechsel, Migräne, Veränderungen der Libido, erhöhtes Krebsrisiko, Veränderung des Geschmacks- und Geruchssinns, avancierte die Antibaby-Pille im Laufe der Jahre immer mehr zum Lifestyle-Produkt in poppig aufgemachter Verpackung, mit Beigaben wie Schminkpinsel und Spiegel. Längst nicht nur zur Empfängnisverhütung, sondern für eine schönere Haut, zur Gewichtskontrolle und um die „lästige“ monatliche Blutung zu umgehen (indem man die monatliche, wöchentliche Pillenpause nicht einhält) wird die Pille mittlerweile angepriesen und umworben.

Erstmals nun, in der Geschichte der Antibaby-Pille und der durch sie verursachten Erkrankungen, hat eine deutsche Frau den Mut und zieht gegen den Pharmazeuten Bayer vor Gericht, der offensichtlich die starken Nebenwirkungen eines neuen Wirkstoffes (Drospirenon) in der Pille nicht ausreichend deklariert hatte. Eine Reportage hierzu wurde gestern in der ARD gesendet und ist noch in der Mediathek zu sehen: „Todkrank durch die Pille“. Unbedingt sehenswert!

Letztlich muss jede Frau für sich entscheiden, welche Verhütungsmethode sie vorzieht. Es gibt einige sehr sichere Alternativen zur Antibabypille. Gynäkologen und Heilpraktiker können hier beratend zur Seite stehen und sollten in diesem wichtigen Thema unbeeinflusst von der Pharmaindustrie sein. Eine Übersicht sämtlicher Verhütungsmethoden zeigt auch die Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Empfehlung: Ein gerade neu erschienenes Buch der Ärztin Dr. Dorothee Struck „Verhüten ohne Hormone“ beschreibt die Wirkungsweise sämtlicher hormonfreier Verhütungsmethoden, von der Spirale über die verschiedenen Barrieren wie Diaphragma oder Portiokappe bis hin zu den Zeitwahlmethoden mit oder ohne Verhütungscomputer. Das Buch der Malteser Arbeitsgruppe nfp „Natürlich & sicher – das Praxisbuch“ ist ebenfalls sehr empfehlenswert, es befasst sich ausschließlich mit der natürlichen Verhütungsmethode durch Temperaturmessung und Schleimmethode.