Kategorie: Gemeinschaft

Mondhüttenplätze – auf der Suche

Schon vor einiger Zeit haben Elma und ich beschlossen, nach „Mondhüttenplätzen“ Ausschau zu halten. Was wir unter einem „Mondhüttenplatz“ verstehen?

Foto: Vladimir Kudinov/unsplash

Foto: Vladimir Kudinov/unsplash

Nun, wir haben schon viel und ausführlich von der Mondhüttenzeit geschrieben. Dass es uns um soviel mehr geht, als um eine kurze Auszeit während der Menstruation oder einmal im Monat. Es geht darum, dass wir achtsamer mit uns selbst umgehen, dass wir wieder stiller werden, auf die leisen Töne des Lebens hören können, öfter mal den „push down“ Button in unserem Leben drücken.

Die Mondhüttenzeit sollten wir wie selbstverständlich in unseren Alltag einbauen können. Aber es gibt auch ganz besondere Plätze und Orte, die es uns leichter machen zu uns selbst zu finden und unsere eigene Stimme wieder zu hören. Das können ganz eigene Kraftorte sein, z.B. ein besonderer Baum im Stadtwald, ein Hügel mit Blick auf Dein(e) Dorf/Stadt, ein kleiner Bachlauf… Es würde uns sehr interessieren, was genau DEIN besonderer Mondhüttenplatz ist und wir berichten dann gerne hier im Frauen-Blog darüber.

Für mich hat es eine ganz besondere Qualität, wenn ich im Wald unterwegs bin. Dort kann ich mich regenerieren und ruhig werden. Einer meiner besonderen Kraftorte ist der Sansenhof im Odenwald. Gerade komme ich von dort.

sansenhof_herbst

Sansenhof im Herbst

Der Sansenhof liegt fast 500 m hoch und befindet sich direkt an der hessischen Grenze zu Bayern. Von der B469 kommend schlängelt sich eine romantische, schmale Landstraße durch den Odenwald bergauf und irgendwann, hinter einer Kurve, geht es links ab in eine noch schmalere Zufahrtsstraße durch den Wald… und dann ist man da, fast wie in einer anderen Welt. Mir geht „das Herz auf“, wenn ich die lange Lindenallee sehe, die über das Hochplateau, das als Golfplatz angelegt ist, führt. Irgendwann sieht man dann das Hotel Gut Sansenhof. Mit 12 Zimmern ein kleines, privates Hotel mit großzügigen Zimmern, in denen man sich einfach nur wohlfühlt. Ich fühle mich dort wie „raus aus der normalen Welt“ und genieße die Natur, den Wald mit seinen unzähligen Wanderwegen.

Im kommenden Jahr wird es dort einige Auszeit-Wochenenden für Frauen geben. Vielleicht sehen wir uns dort?

Alles Liebe, Deine Luise

Der Herbst inspiriert

Im Frühling, wenn die frischen Säfte sprießen, fühlen wir uns meist belebt, vitalisiert und es drängt uns hinaus und voller Tatendrang auch oft zu neuen Ufern. Im Herbst ist das irgendwie anders. Der Herbst wirkt auf mich inspirierend, zum Sammeln von Moos, Kastanien und Beeren, zur Dekoration für gemütliche Stunden bei heißem Tee und Kaminfeuer.

herbstdeko-aus-der-natur

Foto: Pixabay

Die kürzer werdenden, dunkleren Tage erinnern mich an die Behaglichkeit von Kerzenlicht und ich beginne die Wohnung neu zu dekorieren, hole die Windlichter und Kerzenhalter heraus. Jetzt will ich es gemütlich, warm und besinnlich. Aber ich nehme mir auch viel eher wieder ein Buch zur Hand, lasse mich von Geschichten davontragen. Das ist jetzt genau die richtige Zeit dafür, an einem dunklen, regnerischen Herbstabend.

hagebutte

Foto: Pixabay

Und wenn ich durch den Wald spaziere bekomme ich sehr viele Anregungen zu Basteleien und Ideen wie ich meine Wohnung mit natürlichen Materialien dekorieren und schön machen kann. Hagebutten haben es mir dieses Jahr besonders angetan, sie wirken schon so dekorativ, wenn man sie nur einfach in eine Vase stellt. Aber hier habe ich auch eine wunderschöne Anleitung entdeckt, für einen Kranz aus Hagebutten, Kastanien und Hopfen.

Der Phantasie sind durch die Natur keine Grenzen gesetzt. Gehe raus in den Wald und Du kannst jetzt aus dem vollen schöpfen. Bunte Blätter, Kastanien, Eicheln, saftiges Moos, Beeren… lass Dich inspirieren und werde kreativ.

Elma erzählte in ihrem letzten Beitrag von den wichtigen privaten „Netzwerken“, die Freundschaften ja irgendwo auch sind. Der Herbst ist auch eine Zeit, in der alles langsam etwas stiller und ruhiger wird. Eine gute Zeit um Freundschaften zu pflegen und bei einem heißen Tee am Kamin oder im Kerzenschein zu verbringen.

Viel Inspiration und Freude wünscht Dir Luise

Netzwerke(n).

Quelle: Pixabay
 Quelle: Schneich, Pixabay.

Netzwerke – engmaschig und verlässlich. Quelle: Schneich, Pixabay.

Das kleinste Netzwerk bist du selbst! Zu diesem Schluss bin ich am Wochenende gekommen, als ich mich auf einen Vortrag zum Thema „Netzwerke“ vorbereitet hatte. Von dir selbst aus geht jede Vernetzung. Und eigentlich müsste es ein Verb sein, denn es hat vor allem mit Tun zu tun!

Das wichtigste und vermutlich das erste Netzwerk, das uns allen einfällt, ist der Partner. Und dann die Familie. Je nachdem, wie gut und wie nah beieinander die Familien wohnen, sind die Bande enger gewebt. Ich stelle jedoch fest, dass die dicksten Bande nicht unbedingt mit den nächstwohnenden Familienmitgliedern gewoben werden. Kennst du das auch?

Das nächste Netzwerk sind die besten Freunde und Freundinnen. Wer fällt dir dazu ein? Meine beste und älteste Freundin ist Luise! Wir kennen uns schon über 30 Jahre inzwischen. Ist das nicht Wahnsinn!? Wir können auf so viel gemeinsam Durchstandenes zurückschauen, kennen die Höhen und Tiefen der vergangenen Jahre, haben zusammen gelacht, geweint; haben uns zeitweise kaum gesehen. Aber immer noch hält uns ganz viel zusammen.

Daneben gibt es vielleicht noch ein, zwei, drei gute Freundinnen, aber viel mehr sind es dann gar nicht. Und dann kommen die Freunde aus der Nachbarschaft, vielleicht noch ein paar Vereinsverbindungen, weil man das gleiche Hobby teilt. Und dann wird es schon sehr locker mit den Verbindungen.

Wir vernetzen uns immer wieder auf diese Art und Weise. Wenn wir umziehen, brechen  nach einiger Zeit Verbindungen ab, sie schlafen einfach ein. Auch wenn man sich bemüht. Andere Verknüpfungen überdauern diese räumliche Trennung. Dafür „wachsen“ am neuen Ort neue Bekannt- und Freundschaften nach. Erweitern können sich diese Netzwerke vermutlich nur bedingt. Oder was meinst du?

Auch an meiner Arbeitsstelle kann ich beobachten, dass jeder Bereich ein kleines, sehr dichtes Netzwerk ist. Hier kennt man untereinander die Familien, weiß, wenn es einem Kind schlecht geht oder es in der Schule Sorgen macht. Hier steht man füreinander ein und hält sich den Rücken gegenseitig frei. Das brauchen wir: soziale Nähe, Austausch und Zusammengehörigkeit. Je mehr davon vorhanden ist, desto wohler fühlen wir uns in einem Gefüge.

Damit Netzwerke gelingen, muss ich mich selbst einbringen. Es ist ein ständiges Nehmen und Geben. Und vielleicht erstmal ein Geben. Das Nehmen kommt von ganz alleine zurück – gehört einfach zusammen, wie Yin und Yang.

Das größte Netzwerk, in dem wir auch gut aufgehoben sind, ist unsere Gesellschaft. Diese gelingt nur dadurch, dass alle etwas hineingeben. Damit meine ich jetzt nicht Steuern zahlen. Sondern ein aktives Vereinsleben, Dorf- und Stadtleben, politische Anteilnahme und ein vernetztes – da haben wir es wieder! – soziales Miteinander.

Quelle: Pixabay

Eng verbunden! Quelle: Giesje, Pixabay.

Was die zunehmende Vereinsamung der Ältesten unter uns angeht, glaube ich, dass unser gesellschaftliches Netzwerk nicht ausreichend funktioniert. Meiner Meinung nach stehen hier Geben und Nehmen nicht mehr im ausgewogenen Verhältnis. Aber wie auch, wenn eine Gesellschaft immer älter wird. Wenn die Lebenswelten in unterschiedlichen Lebensjahrzehnten immer weiter auseinander fällt. Wenn familiäre Netzwerke den einzelnen nicht mehr tragen.

Ich würde mir wünschen, dass wir alle wieder stärker auf unsere Netzwerke achten. Dass wir zum Geben bereit sind. Lange bevor wir ans Nehmen denken. Das kommt früh genug.

Übrigens: Kein Mensch ist eine Insel! Schau mal nach deinen Netzwerken und pflege sie. Sie sind wichtig. Damit wir uns wohlfühlen.

Deine Elma