Der Spargel und das Licht.

Quelle: fineart-collection, fotolia.

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Jedes Frühjahr wieder wird er aus diesen angetürmten Haufenreihen auf den Feldern gestochen: der weiße Spargel. Eine bestimmt anstrengende und sicher nicht rückenschonende Arbeit, doch eine, die mit der Erde und der Natur verbindet. Spargel, ein königlicher Genuss. Und für mich ein Symbol voll Kraft, ursprünglicher Naturweisheit und Gesellschaftsspiegel.

Gesellschaftsspiegel?! Was könnte ich damit meinen? Spargel kommt in vielen Familien nur zu besonderen Anlässen auf den Tisch. Vielleicht, weil er teuer ist. Aber auch, weil er eine edle, fast majestätische Ausstrahlung hat. Ich ertappe mich auch immer dabei, dass ich mit einer ganz anderen Aufmerksamkeit am Tisch sitze, wenn es Spargel gibt. Geht es Euch auch so?!

Damit der Spargel so weiß geerntet werden kann, wird die Erde angehäuft. So hoch, wie wir die Spargel dann kaufen können. Verrückt, oder?! Erst vor ca. 200 Jahren verbreitete sich, aus Norddeutschland kommend, der weiße Spargel in Deutschland. Die Kunst, in einer lehmreichen Erde solche weißen Stängel zu züchten, hat schon was. Sinnbild für festen Willen. Trotz verlängerter Dunkelheit will der Spargel ans Licht wachsen. Diese Wuchskraft bringt uns natürlich allerlei für unsere Gesundheit mit. Die Spargelliebhaber wissen, wovon ich rede: Spätestens beim Wasserlassen zeigt sich, was der Spargel „drauf hat“. Reinigend und kräftigend – kein Wunder: Bringt er doch all seine Wurzelkraft auf, um seine Triebe ans Licht zu bringen.

Und was machen wir Menschen? Groß und klein, jung und alt – gerade am vergangenen Wochenende konnten wir es spüren – wir machen uns auch auf ans LICHT. Raus in die Sonne. Genießen, was uns jetzt gut tut. Längere Tage, abends noch im Sonnenuntergang draußen sitzen, grillen, Freunde treffen, Sport machen.

Unsere inneren Kräfte aktivieren, die uns nach draußen treiben. Einfach nur an einer sonnigen Wand sitzen, die Augen schließen und den Vögeln, dem Rauschen der noch hellgrünen Blätter lauschen. Das ist ein bisschen Mondhütte. Überall und jeden Tag.

Lasst Euch den Spargel jetzt ganz anders schmecken. Seht ihn als Teil unseres Frühlings. Als Aktivator, als Reiniger. Was er immer bleibt, ist eine Delikatesse.

Weiß. Erdig. Kraftvoll.

Er liebt die Sonne: Spargel.

Und das Festessen.

Luise hat uns schon über die Wirkung von Spargel berichtet, lohnt sich, da nochmal reinzulesen. Sie erzählt nämlich, was der weiße Stengel kann. Übrigens: Zeitweise gab es Spargel sogar in Apotheken, weil man ihm Heilwirkung zugeschrieben hat.

#Schreibübung: Was verbindest Du mit Spargel? Sind es Familienerinnerungen? Ist es ein besonderes Rezept? Oder die Abneigung als Kind, die Dir in den Kopf kommt? Schreibs auf und sei Dir darüber einmal wieder ganz bewusst.