Erwartungen – die gehören nicht ins Urlaubsgepäck

Tipp für den Urlaub: Erwartungen runterschrauben. Quelle: travel-933171_640, pixabay.

Tipp für den Urlaub: Erwartungen runterschrauben. Quelle: travel-933171_640, pixabay.

Endlich sind sie da: die Ferien. Ich fahre jeden Morgen über die Autobahn und schaue dabei den vielen vollbepackten Autos nach, die Richtung Süden oder Norden ihrem Ferienziel entgegenfahren. Wie lange haben sie alle wohl darauf hin gespart und gewartet, dass es endlich losgeht?

Ich weiß es von mir selbst, wenn der Urlaub geplant wird, hat jeder und jede ganz viele Ideen und Sehnsüchte, wo es hingehen soll und was gemacht werden soll. Die einen wollen Aktiv-Urlaub in den Bergen, die anderen lieber faul am Strand liegen. Worin sich aber alle einig sind, ist: dass es so richtig harmonisch wird. Alle sollen sich gut verstehen und sollen immer gut gelaunt sein; von morgens bis abends. Das ist ein hohes Ziel – und wenn wir uns gegenüber ehrlich sind, ist das doch eigentlich unmöglich. Oder?!

Es kann gelingen! Quelle: Pixabay_216825

Erwartungen – so kanns gelingen. Quelle: Pixabay_216825

Es ist nämlich kein Normal-Zustand, wenn die Familie zusammen ins Ferienhaus ans Meer fährt, dort den ganzen Tag zusammen verbringt und das auch noch über zwei Wochen lang. Zuhause gehen die Kinder in die Schule, Vater und Mutter gehen meist auch beide arbeiten. Der gemeinsame Nenner sind Frühstück, eventuell noch Abendessen und das Wochenenden – je nachdem, wie alt die Kinder sind, machen die dann auch schon ihr eigenes Ding.

Aber im Urlaub sollen alle im Gleichklang klingen. So, wie auf den bunten Urlaubsbroschüren, in denen lange geblättert wurde: Harmonie pur. Und weil wir uns das auch so sehr wünschen, tun wir schon im Vorfeld ganz viel dafür, dass sich diese Sehnsucht nach der Harmonie auch erfüllt. Und hier sage ich: bitte nicht! Denn das ist super anstrengend. Nicht in die Harmoniefalle tappen – und vor allem: seid Euch Euren Erwartungen bewusst. Schaut sie Euch genau an und macht Euch klar: sie sind UTOPISCH.

Was wir von anderen erwarten, wäre zwar schön für uns selbst, aber passt es auch für den/die anderen? Ich denke, je mehr wir uns selbst über unsere eigenen Erwartungen bewusst sind, umso besser können wir das Thema in der Familie ansprechen und versuchen, das alle Erwartungen auf den Tisch kommen. Sonst ist Streit vorprogrammiert. Oder Enttäuschung.

Mein Vorschlag: Schreibt Eure Erwartungen auf. Jeder und jede für sich. Sprecht Eure Wünsche für den Urlaub aus, werdet konkret. Damit könnt Ihr einen Plan aufstellen, der allen gerecht wird. Je offener diskutiert wird, desto eher werden auch Kompromisse gemacht. Denn eigentlich will einfach nur jeder, egal wie klein oder groß, mit seinen Bedürfnissen ernst genommen werden.

Übrigens, als ich mich auf den Beitrag vorbereitet habe, habe ich mir Synonyme für das Wort Erwartung angeschaut. Interessant ist, dass bei der „Erwartung“ positive Synonyme kommen und bei „Erwartungen“ wird dieser Erwartungsdruck sichtbar, den ich gerade beschrieben habe.

Von unserer Mondhütte aus wünsche ich allen, die sich auf den Weg machen, einen glücklichen Urlaub! Vielleicht bietet er auch Raum für eine Mondhüttenzeit.

Eure Elma

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