Geh wandern!

Beim Wandern kannst Du Dir selbst begegnen.

Begegne Dir selbst beim Wandern. Quelle: pixabay.

Musst du etwas mit dir klären? Geh wandern. Willst du aus dem Trott aussteigen? Geh wandern. Willst du eine Standortbestimmung vornehmen? Dann: geh wandern.

Da geht mir schon lange etwas durch den Kopf. Ich drehe und wende es, komme aber zu keinem Ergebnis. Wie aber soll ich etwas zuende denken, wenn mich der Alltag nicht loslässt, ich kaum zu mir selbst finde. Dann ist es Zeit zu wandern. Manche Themen lassen sich im Gehen viel besser zuende denken. Kennt Ihr das?

Wandern hat eine Qualität, die mit nichts vergleichbar ist. Das fängt schon beim Rucksack packen an: Minimalismus pur ist das Leben aus dem Rucksack! Nur das Nötigste darf rein, jedes Stück wird auf Gewicht und auf seine Daseinsberechtigung überprüft. Wann sonst gehen wir mit unserem Hab und Gut so hart ins Gericht?

Und wie erholsam ist es, mit so wenig unterwegs zu sein! Genau: Unterwegs sein – nur darauf kommt es an. Losgehen in einem Tempo, das zulässt, dass ich ganz viel wahrnehme: die Erde unter meinen Schuhen, die Natur um mich herum. Die Gerüche der Pflanzen und Tiere im Wald zieht mich immer wieder an. Das Geräusch der Blätter im Wind, der Vögel oder der weit entfernten Stadt. Wer den Wald kennt, erkennt die geheimen Wege der Tiere, die „Wechsel“, riecht den Fuchs oder die Pilze im Unterholz. Und alles fügt sich in den eigenen Rhythmus: Dein Atem gibt den Takt vor. Er wirkt wie eine Meditation. Bringt dich in Gleichklang mit dir selbst. Und schafft eine neue Zentrierung. Schritt für Schritt.

Beim Wandern lassen sich Probleme überdenken, Entscheidungen fällen, Gedanken ordnen und aufgewühlte Gefühle beruhigen. Hier kannst du deiner Seele begegnen.

Aber nicht nur alleine hat Wandern diese außergewöhnliche Qualität, auch in Gemeinschaft ist Wandern unvergleichlich. Wenn ich mich an Wanderungen mit Freunden erinnere, dann sind mir Gespräche, die sich dabei entwickelt haben, meist intensiv, ehrlich und sehr präsent in Erinnerung. Womit hängt das zusammen? Liegt es daran, dass wir beim Wandern nicht noch -zig andere Dinge gleichzeitig tun, sondern einzig und allein Schritt für Schritt gehen? Ich glaube, es ist dieser Rhythmus, in den wir uns begeben, der von unseren Schritten und unserem Atem bestimmt wird. Dieser erdet uns und bringt uns mit uns selbst in Kontakt.

Atmen und gehen. Den eigenen Rhythmus finden. Vor allem die Regelmäßigkeit schafft Tiefenentspannung und verbindet uns mit uns selbst. Für mich ist wandern ein tolles „Mittel“ gegen den Stress unserer Zeit, die Erschöpfung, aus der eine heiße Badewann alleine nicht mehr hilft. Mondhüttenzeit. Wanderzeit. Zeit, die Du vor allem mit Dir selbst verbringst. Für mich ist sie eine der wertvollsten.

Probiers mal aus und teile deine Erfahrungen mit uns.