Stelle Dir ein Leben ohne Schokolade vor!

Sehnsucht, Genuss, Wärme, Verlangen... Foto: goodween123/fotolia

Sehnsucht, Genuss, Wärme, Verlangen… Foto: goodween123/fotolia

Ich kenne nur sehr wenige Frauen, OHNE Verlangen nach Schokolade – auch wenn es vielleicht nur ab und an zum Vorschein kommt. Kaum Eine kann ihr widerstehen. Schokolade in allen Variationen und manchmal auch in Mengen, die nicht unbedingt vernünftig sind… Aber was genau steckt denn hinter dieser zartschmelzenden Versuchung?

Kakao - Foto: hiphoto39/fotolia

Kakao – Foto: hiphoto39/fotolia

Laut einer Legende des Volkes der Azteken ist Schokolade ein Geschenk des Himmels! Sie erzählten sich, dass der gefiederte Gott des Windes – Quetzalcóatl – die Kakaobohne zu den Azteken auf die Erde brachte. Daher galt ihnen der Kakao als heilige Pflanze. Sie diente als Opfergabe für Götter und Könige und wurde für ihre Rituale genutzt. Dazu wurden die Kakaobohnen in Stücke gehackt und geröstet. Es entstand eine bittere Flüssigkeit, die nichts mit unserer heutigen hellen Vollmilch-Schokolade zu tun hat. Dieses Getränk schmeckte sehr bitter, und ist eher mit Backschokolade zu vergleichen. Bei uns werden für die Schokolade noch Zucker und Aromastoffe wie beispielsweise Vanille zugesetzt und zusätzlich Milch für die Milchschokolade. Erst das macht die Schokolade für viele von uns so lecker.

Foto: Rhaessner at German Wikipedia

Foto: Rhaessner at German Wikipedia

Der Kakao-Baum wächst seit ca. 6000 Jahren im Amazonasgebiet, also dort wo es warm ist, in Äquatornähe, im Regenwald – dort hatten die Menschen schon vor mehr als 500 Jahren die Kakaopflanze kultiviert. In kultivierter Form wird er ca. 5-6 m hoch und erzeugt sehr viel Blüten. Aber pro 500 Blüten gibt es nur eine Schote mit ca. 10-20 Kakaobohnen, das ist also keine so riesige Ertragsmenge. Die Bohnen werden in einem sehr arbeitsaufwendigem Prozess mühselig gesammelt, fermentiert und getrocknet. Weil mittlerweile die ganze Welt Schokolade haben möchte, wird Kakao in Monokulturen angebaut und der Nachteil dieser Monokulturen (wie bei allen Monokulturen) ist, dass die Pflanzen sehr anfällig gegen Schädlinge und Insekten sind, d.h. die Menschen die dort arbeiten, müssen zum Teil in riesigen Wolken von Chemikalien arbeiten, sodass es viele Arbeiter gibt, die sogar sterben weil sie diesen Chemikalien ausgesetzt sind.

Was für jeden Liebhaber der Schokolade eine zusätzliche bittere Pille ist, die ich aber hier auch erwähnen möchte, dass es in Amerika ein Gesetz gibt zur Reinerhaltung der Lebensmittel, welches besagt dass in Schokolade höchstens ein Anteil von 4 % Kakerlaken sein darf. Die Kakaobohnen lassen sich also kaum Kakerlakenfrei halten – jedes Ding hat seine Schattenseiten. Mit jedem Stück Schokolade ißt man also auch Kakerlaken mit, auch Mäusedreck soll mit drin sein – aber ein echter Schokoladenliebhaber lässt sich davon sicher nicht abstoßen. 🙂

Was aber wirkt denn nun in der Schokolade?

In 100 gr. Schokolade sind u.a.

  • Theobromin 500 mg – Es besitzt auch eine dem Coffein ähnliche anregende Wirkung – es ist tödlich für Hunde
  • Koffein 68 mg
  • Theophyllin 1 mg
  • Phenylethylamin 1 mg (wenn man sich verliebt wird das auch ausgeschüttet) Es wird mit dem Entstehen von Lust- und Glücksempfindungen in Verbindung gebracht.
  • Serotonin 2,7 mg Neurotransmitter (Botenstoff), Im zentralen Nervensystem hat Serotonin Einfluss auf die Stimmungslage, auf den Schlaf- Wach- Rhythmus, auf die Nahrungsaufnahme, auf die Schmerzwahrnehmung und auf die Körpertemperatur. Eine verminderte Produktion von Serotonin ist schon länger bekannt als ursächlicher Faktor bei der Entstehung von Depressionen. Vereinfacht könnte man sagen, Serotonin sorgt für eine ausgeglichene Stimmungslage
  • Tyramin 1,2 mg
  • Histamin 0,9 mg 
Eine Tasse Kaffee ohne ein kleines Stück Schokolade ist fast unvorstellbar. Foto: foodinaire / fotolia

Eine Tasse Kaffee ohne ein kleines Stück Schokolade ist fast unvorstellbar. Foto: foodinaire / fotolia

Bis in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Schokolade noch etwas ganz besonderes, doch wir sind mit dem braunen, wohligen Genuss aufgewachsen. Eine Tasse Kaffee ohne ein kleines Stück Schokolade ist fast unvorstellbar.

Wir verbinden mit Schokolade ein Lebensgefühl. Das Gefühl nach Wärme, Geborgenheit, Lust, nach Hause kommen, Sehnsucht, Belohnung, Trost, Verführung, Ausnahme, Ausgleich, Wohlgeruch, Zufriedenheit. Schokolade ist bitter und süß, sie hüllt uns ein und gibt uns ein wohliges Gefühl.

Stelle Dir ein Leben ohne Schokolade vor… Nein, es ist nicht nicht vorstellbar! Aber vielleicht kannst Du während der Fastenzeit darauf verzichten? Denn darum geht es doch während der alljährigen Fastenzeit. Bis Ostern: Verzicht üben! Damit Du dann wieder, und noch viel mehr, Genuss bewusst erleben kannst.