Selbstversuch: Extrem-Mondhüttenzeit.

In den Sonnenaufgang hineinlaufen. Das ist Mondhüttenzeit!

Sonnenaufgang. Mondhüttenzeit!

Endlich Urlaub! Ich hatte mir dieses Mal gar nichts vorgenommen. Ich wollte mal so richtig ausspannen. Urlaub als Mondhüttenzeit – ich sehnte mich danach: Endlich mal nur „sein“. Das war mein Plan.

Vor dem Urlaub war aber alles andere, als einfach nur „sein“. Da war „sein“ ein Fremdwort. Kein Wunder also, dass ich mich nach diesem Zustand sehnte. Endlich auszusteigen aus diesem Hamsterrad des Alltags. Ständig präsent und aufmerksam, kreativ und ideenreich zu sein. Ich hatte immer für alle und jedes Problem eine Idee, eine Lösung bereit. Kurz vor dem Urlaub fühlte ich mich leer, müde und ausgelaugt. Ohne Energie.

Eigentlich dürfte ich es gar nicht so weit kommen lassen. Eigentlich kannte ich meine Grenzen. Und ich wusste, dass ich sie schon lange überschritten hatte. Jetzt also wollte ich den Selbstversuch starten: Ich wollte in meinem Sommer-Urlaub eine „Extrem-Mondhüttenzeit“ leben.

Wie wollte ich das eigentlich anfangen? Ich hatte mir vorher keinen Plan machen können – das wäre aus meiner Sicht auch der falsche Weg gewesen. Der erste Schritt schien mir aber dennoch logisch: ich wollte erst einmal ausschlafen. An meinem ersten Urlaubstag stand nichts an als auszuschlafen. Und dann wollte ich weitersehen. So müde, wie ich über die letzten Wochen geworden war, hatte sich eine erhebliche Menge an Schlaf-Minusstunden angehäuft. Stunden, die ich unbedingt im Urlaub aufholen wollte.

Als ich am Morgen die Augen aufschlug, fühlte ich mich wach und unternehmungslustig. Endlich Urlaub! Endlich selbstbestimmt! Ich schaute auf den Wecker und erschrak fast: Es war kurz nach 6.00 Uhr. Die Sonne war noch nicht mal aufgegangen. Trotzdem stand ich auf – obwohl damit mein Plan vom langen Ausschlafen geplatzt war. Ich zog mich an und folgte einer spontanen Idee: Ich ging laufen. Dem Sonnenaufgang entgegen. Und, was

Sonnenaufgang. Spaziergang. Intensive Farben. Besondere Wahrnehmung.

Intensiv: Die Eindrücke vom Spaziergang.

soll ich sagen: ich war ein nachhaltig beeindruckt! Den langsam erwachenden Tag zwischen zum Teil abgemähten Feldern zu erleben, den Vögeln bei ihrem Morgenkonzert zu lauschen und das besondere Licht der aufgehenden Sonne zu erleben, das war ein unglaubliches Geschenk.

Inzwischen ist schon eine ganze Woche vergangen. Ich habe viel gemacht. Bestimmt zu viel. Allerdings habe ich aus diesem ersten Tag gelernt, die Dinge kommen zu lassen und mich treiben zu lassen. Pläne habe ich immer nur für den nächsten halben Tag gemacht – und dennoch: Nichts zu tun, um einfach nur zu „sein“, ist mir eigentlich nicht gelungen. Das ist eine Extremübung, für die ich noch lange üben muss.

Wie geht es Euch? Könnt Ihr mir Tipps geben, wie „abschalten“ geht? Wie dieses „Ruhe-in-Dir-selbst“-Gefühl geht? Ich glaube, es ist ein (zu) hoher Anspruch, das in einem kurzen, fest gesteckten Zeitrahmen schaffen zu wollen. Aber: ich habe noch ein paar Tage. Ich werde weiter üben!

Eure Elma

#Schreibübung: Ich schreibe jeden Abend auf, wie es mir an dem vergangenen Tag ging. Nicht die Ereignisse des Tages, sondern die Gefühle halte ich fest. Und dann vergebe ich dem Tag eine Farbe. Kann ich Euch sehr empfehlen: Es intensiviert das Erlebte und lässt die Tage zu einem kostbaren Schatz werden.

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