SLOW CHRISTMAS oder: wofür Rituale gut sein können.

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Erster Advent, die Kerze anzünden. Ein geliebtes Ritual. Foto: 9comeback/fotolia

Wie zu keiner anderen Zeit zelebrieren wir die Wiederholung von Dekorationen, von Abläufen und Verabredungen, wie in der Advents- und Weihnachtszeit, oder?! Ertappt Ihr Euch nicht auch beim Auspacken der Kisten mit Weihnachtsschmuck und Kerzenständern, den zahlreichen Engeln, Sternen und Herzen zum Hinhängen dabei, wie Ihr in Erinnerungen schwelgt?

Was ich besonders gern habe, um in diese Stimmung zu kommen, ist eine bestimmte Sorte Räucherstäbchen. Sie sind bestimmt für diesen Moment des Schmückens. Kennt Ihr das? Zimtsterne, Lebkuchen und Stollen – sie duften durch unsere Räume und transportieren schöne Erinnerungen zurück. Auch die erste Adventskerze, die wir gestern angezündet haben, ist Teil dieses Weihnachtsrituals. Sie schenkt uns eine innere Wärme, eine Geborgenheit und eine Nähe zu unseren Lieben, die das vergangene Jahr ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein scheint. Also, wenn es die Weihnachtszeit schafft, uns einzufangen und runter zu fahren, wäre das ein Gewinn für uns alle! Zu schnell rennt die Zeit, rennen wir durchs Leben, schauen wir zu wenig auf den Moment, genießen ihn zu wenig.

Gerade wird viel über Slow food gesprochen. Hier schlägt sich eine Sehnsucht nieder, finde ich. Eine Sehnsucht nach mehr Lebensqualität – statt Quantität. An Weihnachten wünschen wir uns das auch. Und rennen doch wieder. Nach Geschenken. Zu Weihnachtsfeiern. Auf Weihnachtsmärkte.

Eine Tasse Chai - pure Gemütlichkeit.

Düfte – das Tor in eine entspannte Weihnachtszeit. Foto: unsplash / carlijean

Ich, Elma, die so gern von der Mondhütte schwärmt, ich plädiere für Slow Christmas in diesem Jahr! Was haltet Ihr davon? SLOW CHRISTMAS. So still und leise und leicht, wie Schneeflocken vom Himmel fallen, so wünsche ich mir die Zeit bis Weihnachten. Leicht, luftig und leise. Damit ich hören kann, was mir meine Erinnerungen erzählen wollen, wenn ich einen selbstgemachten Chai trinke und dabei gemütlich auf dem Sofa sitze. Und sonst nichts mache. Wenn ich mit meiner Schwester telefoniere und mich mit ihr auf Weihnachten freue, auf unser Wiedersehen bei den Eltern. Wie in jedem Jahr. Wenn ich die schreckliche Weihnachts-CD auflege, die meine Kinder so gern gehört haben. Gesungen von der Kelly-Family. Schrecklich. Schön. Und so Weihnachten!

Bewahrt Euch diese Freude über diese kleinen Dinge und bewahrt Euch die Rituale, die für Euch Weihnachten ausmachen! Holt sie raus aus dem Keller und aus den Kisten. Sie sind es wert. Und sie tun so gut.