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Die Esskastanie – die perfekte November-Nuss

Den November muss man mögen – oder auch nicht. Den goldenen Oktober mit seinem bunten Herbstlaub und den noch fast warmen Sonnenstunden noch in Erinnerung, warten wir schon auf die Adventszeit, aber die ist noch ein wenig entfernt. Die dunklen, kurzen Tage gehören ebenso zum November wie die traurigen Totengedenktage. Und doch hat der November für mich eine magische Komponente.

Nur durch seine Tristheit überredet der November uns, die kurzen Tage anzunehmen, die eigene  Betriebsamkeit herunterzufahren und mehr Zeit zuhause zu verbringen. Es ist die Zeit zum Lesen, zum Stricken, zum Briefe schreiben und basteln. Zum Zur-Ruhe-kommen und um die Stille zu Wort kommen lassen.

Die Esskastanie gehört für mich in den November. Wer sie noch im November selbst

Esskastanien: Sie bringen uns gut durch den Winter.

Esskastanien: Sie bringen uns gut durch den Winter. Quelle: pixabay.

gesammelt hat, der wird sie sicher in dem ein oder anderen Kochrezept verwenden oder sie einfach im Ofen rösten. Das Geknister beim Aufbrechen der Schale, der mehlige, leicht süßliche Geschmack, das hat was von Kindertagen, findest du nicht?! Das lässt immer wieder meine Vorfreude auf die kommende Adventszeit und die Weihnachtsmärkte wachsen.

Die Esskastanie nannte man früher das „Brot der Armen“. Lange bevor wir hier in Europa Mais oder kartoffeln kannten, galt die EsskaSTANIE für viele als unentbehrliches Grundnachrungsmittel. Meistens wurde Mehl daraus gemacht, was die Esskastanie haltbar machte, um den Winter über Brot daraus zu backen. Die Esskastanie ist basisch, glutenfrei und sehr sättigend. Und kann sehr vielfältig in der Küche eingesetzt werden.

Esskastanien tun den Nerven gut und sollen durch ihre wunderbaren Inhaltsstoffe sogar den Blutdruck und den Herzschlag regulieren helfen. Verdanken können wir dies vor allem der besonders hohen Konzentration des Mineralstoffes Kalium (ca. 710 mg/100 g) in der Esskastanie. Kalium wirkt basisch und sorgt so für eine Neutralisierung von überschüssigem Natrium im Körper und eine Ausscheidung über die Nieren. Studien haben dies belegt und empfehlen die Aufnahme von Kalium mithilfe der Nahrung. Das spricht für die Esskastanie, oder?! Denn: ein Zuviel an Natrium, durch die häufig zu salzreiche Ernährung, wird in manchen Fällen als Mitverursacher für hohen Blutdruck angesehen.

Wahre Wunder bei körperlicher und geistiger Erschöpfung –  hierfür sind die hohen Anteile der B-Vitamine ( B1, B2, B3 und B6) verantwortlich! Und die brauchst du vor allem für das Nervensystem und für einen leistungsfähigen Energiehaushalt.

Ich glaube, sie ist auch ein Seelentröster und Glücklichmacher.  Bei Stress und Ärger tut uns also die Esskastanie besser als ein Stück Schokolade. Jedenfalls jetzt im November! Und dafür habe ich ein leckeres Rezept gefunden:

Maronencreme als Brotaufstrich

  • 200 g gekochte Maroni (gibts so zu kaufen)
  • 100 – 150 ml Reismilch
  • je 1 Messerspitze Vanillepulver und Zimt
  • 4 EL Honig
  • 50 g Öl (z. B. Leinöl)

Die gekochten Maronen zusammen mit der Reismilch, dem Vanillepulver und dem Zimt bei kleiner Hitze unter gelegentlichem Rühren kochen, bis sie weich sind. Sollte die Flüssigkeit dabei komplett verdampfen, kann noch etwas Reismilch dazu gegossen werden. Nach ca. 5 – 10 Minuten vom Herd nehmen und die Maroni zerdrücken. Anschliessend etwas Honig und Öl hinzufügen. Danach wird alles mit einem Mixstab püriert oder mit einer Gabel fein zerdrückt. Zum Schluss die Masse in Gläser füllen. Hmmmm….

Übrigens: hast du´s gemerkt? Esskasatanien und Maroni: das ist nicht das Gleiche. Die Maroni sind weitergezüchtete Esskastanien, sie sind größer und schmecken viel süßer. Mehr über die Esskastanie – sie kann nämlich noch viel mehr – und weitere Rezepte findest du hier.

Also, nimm Platz und entspann dich. Mit einer schönen Tasse Tee, einem Maronencreme-Brot und einem guten Buch. Also wann ist das schöner als im November?!

Deine den November liebende Elma

 

Rückzugsorte – wo kommst Du zu Dir selbst?

autumn-mood

Dein Rückzugsort – die Mondhütte

Wir reden hier von der Mondhütte – von dem Ort, an den wir uns einen Tag im Monat zurückziehen. Wo ist eigentlich Deine persönliche Mondhütte? Wo spannst Du aus? Und wo findest Du Ruhe und Abstand vom Alltag? Wo tankt Deine Seele auf, wo kommen Deine Gedanken zur Ruhe? In der aktuellen Ausgabe des Spiegel Wissen 5/2015 verraten uns fünf Prominente ihre persönlichen Rückzugsorte. Ihre berührenden Antworten haben mich bewogen, heute über einen meiner Rückzugsorte zu sprechen.

Strickzeug

Strickzeug im Gepäck. Ruhe im Trubel der Fahrt. Auf dem Weg zu mir.

Ihr werdet überrascht sein: Stricken bedeutet für mich Rückzug. Wenn ich mit meinen Nadeln und meinem aktuellen Projekt (gerade sind es „bloß“ Strümpfe) irgendwo auf dieser Welt sitze, dann kann ich alles um mich herum vergessen und bin ganz bei mir. Ob im überfüllten Zug, ob abends nach einem langen Arbeitstag, ob in einem unpersönlichen Hotelzimmer nach einem anstrengenden Seminartag: Stricken hat für mich immer eine besondere Wirkung. Vielleicht hat es mit der Erinnerung an früher zu tun. An entspannte, behütete Tage Zuhause. An die Kindheit. Oder an meine Mutter und meine Oma, die mir das Stricken beibrachten. Das regelmäßige Nadelgeklapper wirkt unglaublich beruhigend auf mich – und ich glaube, auch auf meine Seele.

Kennt Ihr eine solche Wirkung bei einem Eurer Hobbys? Das sind diese kleinen Rückzugsorte, die wir uns immer im Alltag nehmen können. Auszeiten für die Seele. Zum Loslassen und Ruhe tanken. Das ist ganz wertvoll, auch auf körperlicher Ebene. Luise hat Euch schon über die Zellveränderungen im PAP-Abstrich berichtet, das wäre eine mögliche, körperliche Reaktion. Oder denkt an die Diagnose Burn Out. Oder manchmal meldet sich der Körper erst einmal mit einem grippalen Infekt. Dann sagt uns der Körper, dass er jetzt eine Ruhepause braucht. Zeit zum Regnerieren.

Heute will ich Dich auffordern, Deine Mondhütte aktiv zu suchen. Nicht erst, wenn eine Krankheit die Pause fordert. Finde selbst den Ort für Deinen Rückzug. Für einen Tag im Monat.

Geh es an. Nur Du bist wichtig.