Schlagwort: Herbst

Wald und Wiesen. Herbstspaziergang.

Pilze im Wald! Kleine Kostbarkeiten der Natur: Pilze im Wald.
Landschaft im Herbst. Diesig und unwirklich.

Die feuchte Herbstluft verändert die Farben der Landschaft. Und der Stand der Sonne, die wir jetzt jede mögliche Minute genießen sollten.

Die Luft ist kühl und feucht, der Nebel hebt sich und gibt uns den Blick frei über Hügel und Auen. Ich kann nicht anders, ich mag diese besondere Stimmung im Herbst. Diese Melancholie, die sich über alles legt. Zum einen mit traurigen Moll-Klängen, zum anderen mit einem Lockruf, der uns nach innen führen will. Rückzug zum Ich nenne ich das.

Eiche im Herbst.

Eiche im Herbst. Stattlich, erhaben und uralt.

Die Bäume sind noch bunt gefärbt, ragen stattlich in den diesigen Himmel auf. Irgendwie wirken sie jetzt besonders erhaben und robust. Der Waldboden liegt voller Früchte: Eicheln, Buchecker, Eßkastanien… und Pilze. Es duftet richtig danach. Wer jetzt aufmerksam beobachtet, kann viel entdecken. Mit Ruhe und Bedacht, jedes Geräusch, jeden Atemzug wahrnehmen, jeden Schritt vorsichtig setzen. Das ist Mondhüttenzeit, die uns mit uns selbst verbindet.

Pilze im Wald! Kleine Kostbarkeiten der Natur: Pilze im Wald.

Kleine Kostbarkeiten der Natur: Pilze im Wald.

Der Parasol – oder „Gemeiner Riesenschirmling“, wie der hübsche Waldpilz auch genannt wird – besiedelt jetzt die feuchten, mossbedeckten Waldböden. Eine Freundin hat ihn uns gestern mitgebracht und ihn für uns zubereitet – eine Spezialität, die ich nur empfehlen kann. Das Schöne: der Pilz ist leicht zu unterscheiden von anderen, er hat nämlich einen Doppelring um den Stil, der beweglich, bzw. verschiebbar ist. Dieser Ring ist ein Überbleibsel, wenn sich der Schirm öffnet.  Paniert und gebraten wie ein Schnitzel – ganz einfach und lecker.

Ganz abgesehen davon: Die Felder sind abgeerntet und wer jetzt an den Kartoffelfeldern vorbeigeht, kann die Taschen füllen und frische Kartöffelnchen nach Hause tragen. Oder die vielen Apfelbäume, die jetzt ihre Äpfel fallen lassen, wenn sie nicht abgeerntet werden. Ein Apfelmus, ein Apfelkuchen oder einfach ins Müsli geschnippelt – ich kenne keinen Apfel, der besser schmeckt, als der auf einem Spaziergang aufgehobene!

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen;
bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

Eduard Mörike nannte das Gedicht „Septembermorgen“. Für mich passte es ideal zum gestrigen Sonntag. Erzählt mir von Euren Erlebnissen. Draußen im Wald. Ich freu mich drauf.

Eure Elma

Nebel. Ein Zeichen. Es ist Herbst.

Quelle: Pixabay, Tegnari.
Quelle: Pixabay, Tegnari.

Nebelschwaden im Herbst. Quelle: Pixabay, Tegnari.

Die Tage werden dunkler. Kürzer. Und grauer. Nebel trennen uns voneinander, man sieht die Hand vor Augen kaum. Nicht nur die Sicht scheint wie verschluckt, es hallt auch fast, so als ob man ganz alleine wäre. Eine Übergangszeit hat begonnen, die uns drängt, uns mehr mit uns selbst zu beschäftigen.

Viel Zeit für Mondhüttentage, findet Ihr nicht?! Oder zum Lesen und Dekorieren, wie Luise kürzlich schrieb. Die Natur zieht sich in die Wurzeln zurück, die letzten bunten Blätter erinnern uns noch an die Farbenpracht des Sommers. Und doch stimmen uns diese Tage ein auf einige Monate, in denen wir Licht-Verzicht üben müssen. Eine Vorstellung, bei der sich das Herz etwas zusammenzieht. Jedenfalls meins.

Mir fällt in dieser Zeit immer Hermann Hesse ein. Und das zu Zeiten der Buchmesse in Frankfurt, auf der sich viele Autoren um die Gunst ihrer Leser bemühen. Da fällt mir der „alte Hesse“ ein. Er vertritt für mich genau diese Stimmung des Herbstes. Er steht für die innere Zerrissenheit, die grauen Nebelfelder, im Außen wie im Innen.

Wie geht es Euch mit dem Grau des nahenden Novembers? Mit den kurzen Tagen, die noch kürzer werden?

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Wenn die Sonne durchkommt, leuchtet das Herbstlaub! Quelle: Pixabay, Thomashendele.

#Schreibübung: Nehmt Euch Zeit und beschreibt, was das Grau mit Euch macht. Stimmt es Euch traurig oder genießt Ihr die Ruhe und die innere Einkehr? Nehmt Euch an einem anderen Tag die roten Farbtöne des Herbstlaubes in den Blick, vielleicht an einem sonnigen Tag! Und schreibt dann, was der Herbst für Euch bedeutet. So widersprüchlich die Natur, so unterschiedlich und aufregend können Eure Texte sein.

Lasst Eure Gedanken durchwehen vom Wind,

Eure Elma