Schlagwort: Innensicht

Lass einen Baum in Dir wachsen.

 

Quelle: unsplash_JasperLei

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Mondhüttentage sind Tage, an denen ich meinen Blick nach innen richte. Auch mein Ohr richtet sich nach innen und lauscht der inneren Stimme. Ich fühle mich da manchmal wie in einem M. C. Escher-Bild. Das Innere wird zum Äußeren. Dem Äußeren fehle ich wie ein Teil im sonst fertigen Puzzle – meiner Umwelt. Wenn ich in dieser Stimmung ankomme, weiß ich, ich lasse los, werde unabhängig und leicht wie eine Feder.

„Durch alle Wesen reicht der eine Raum: Weltinnenraum. Die Vögel fliegen still durch uns hindurch. O, der ich wachsen will, ich sehe hinaus, und in mir wächst ein Baum.“  Rainer Maria Rilke, Gedichte II, S. 93, Insel, Frankfurt 1982

Ich würde Euch ja gerne einladen in meine innere Welt. Sie ist losgelöst von den Bedingungen, Begrenzungen und Zwängen meines Alltags. Es ist dort ruhig, entspannt und friedlich. Für mich immer wieder ein Ort, an dem ich alles fallen lassen kann, an dem ich Kraft tanke. Hast Du vielelicht auch so einen Ort, der nur Dir gehört?

Die Textpassage von R. M. Rilke erinnert mich an meine eigenen inneren Bilder und Vorgänge. Durch regelmäßiges Meditieren oder Sitzen in der Stille nach Villigis Jäger lernst Du den Weg kennen, den Du nehmen musst, um in Deine innere Welt zu kommen. Je öfter Du übst, desto leichter fällt es Dir, ihn zu gehen. Umso öfter kommst Du dort an. Und umso tiefer  – oder direkter – kommst Du mit Dir selbst in Kontakt.

Aber auch mit diesem Text, den uns Rilke schenkt, kannst Du Dich auf den Weg machen. Er beflügelt uns und enthebt uns der Realität. Und lässt im wahrsten Sinne seiner Worte, in uns einen Baum wachsen!