Schlagwort: Naturheilkunde

Darf ich vorstellen: die Alchemilla. Oder auch Frauenmantel genannt.

Die Pflanze wird mit den Stichworten Umhüllung, Behütung, Hervorbringung beschrieben. Ich spreche über den Frauenmantel. Seine Blätter reräsentieren das Wesen des weiblichen Geburtsschosses in ihrer Form und Qualität wie keine andere Pflanze, die wir kennen. Die „Zauberpflanze“ symbolisiert eine Kraft, die uns Frauen innewohnt, sie bietet uns ihre natürlichen Kräfte genau für unser Frausein an. Was mir am Frauenmantel oder der Alchemilla so besonders gefällt, ist ihre Symbolkraft. Wie ein beschützender Mantel ist ihre Form, mit ihrer haarigen Oberfläche wirkt das Blatt fast samtig. „Im geborgenen Grunde ihres mantelartig umhüllenden, nach oben empfangend geöffneten, weichen Blattes, bringt die Alchemistin unter den Pflanzen in rhythmischer Gebärde einen silbernen Tautropfen hervor. Alchemilla steht für die Bejahung der weiblichen Rhythmen und des Frauseins“, so beschreiben die Ceres Heilmittel ihren Pflanzen-Charakter.

In Luise´s Artikel über die naturheilkundliche Behandlung bei Zellveränderungen am Muttermund (Teil 2) findet Ihr ein Tee-Rezept, in dem Ihr auch den Frauenmantel findet. Es geht mir aber heute nicht um die heilende Wirkung und die nachgewiesenen und vielerorts beschriebenen Kräfte.

Der Frauenmantel beschreibt in seiner Form seine beschützende, umhüllende und behütende Funktion. Wie ein wirklicher Mantel kann er sich um uns legen, kann uns beruhigen und trösten. Wenn er uns in der Natur begegnet, fällt uns sein weit geöffnetes Blatt und damit sein einladendes Wesen auf. Selten übersieht man diese Blätter beim Spaziergang. Wenn Ihr diese Pflanze am frühen Morgen betrachtet, schimmert meist ein silbrig glänzender, großer runder Wassertropfen in ihrer Blattkelch-Mitte. Hildegard von Bingen, so sagt man, sammelte frühmorgens diese Tautropfen ein. Dies hat sie, so heißt es, als Grundlage für Tinkturen und die Herstellung von Heilwässern verwendet.

Ein Tautropfen inmitten eines Frauenmantel-Blattes. Quelle: wikipedia.

Welch ein poetisch-künstlerisches Wesen die Natur doch besitzt, oder?! In solchen Momenten kann ich mich nur meines Daseins freuen und genieße die Geschenke, die die Natur bereithält. Ich bin mir sicher: schon alleine die Freude beim Anblick dieser Wasserperle im Blattkelch wirkt in mir.

Ein regelmäßiger Tag in der Mondhütte kann uns für solche Glücksmomente neu sensibilisieren! Denn dann nehmen wir wieder viel deutlicher wahr, was um uns herum geschieht und was uns begegnet. Die Alchemilla vermag es, uns durch ihr Wesen etwas über uns selbst zu erzählen. Was bedeutet diese Wesensbeschreibung gerade für Dich? Rührt Dich ihr behütendes Wesen zu Tränen? Sehnst Du Dich nach einer warmherzigen Umarmung? Oder zeigt sie Dir ihre Kraft der Öffnung – oder wie ich es oben im Eingang beschrieben hatte: Steht sie für Dich für die Hervorbringung von etwas ganz Neuem? Das nach innen Gekehrte oder das von innen nach außen Gekehrte – die Alchimilla steht für beides. Du kannst dies als Bewegung begreifen und diese selbst ausführen, in Gedanken an die kraftvolle Pflanze. Du kannst die Bewegung auch malen und Dir damit etwas Gutes tun. Oder tanzen! Denn, wie ich eingangs oben zitierte, die Alchimilla steht „für die Bejahung der weiblichen Rhythmen“.

Unterstütze dies mit einer Tasse Tee – vielleicht nach Luise´s Rezeptur.