Die Sucht nach dem Duft von Vanille

Vanille – auch als Königin der Gewürze bezeichnet – wird aus fermentierten Schoten, der Orchideengattung „Vanilla“ gewonnen. Die Pflanze an sich ist eine mehrere Meter lange Schlingpflanze. Ihre Blüte ist so geschickt gebaut, dass sie nur von Kolibris und bestimmten Insekten befruchtet werden kann. Beheimatet ist die Vanillepflanze in den Urwäldern Zentralamerikas, Mexikos und des nördlichen Südamerikas.

Foto: Printemps / Fotolia

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Frisch geerntet, man glaubt es kaum, ist die Vanillefrucht geruchlos und entwickelt erst durch einen sorgfältigen Fermentierungsprozess die typische dunkle Farbe und den wundervollen, süßen, warmen Duft, so wie wir ihn kennen und lieben.

Vanille gehört zu den Wohlgerüchen aus dem Reich der Jaguarsonne. Als die Spanier Mexiko eroberten, würzten die Azteken bereits ihr Schokoladengetränk mit Vanille. Dabei entwickelten sie ein spezielles Verfahren um an die Vanillearomen zu kommen. Im antiken Amerika war sie ein begehrtes Aphrodisakum und Gewürz.

Was fällt Dir als erstes ein, wenn Du an den Duft von Vanille denkst? Vanillepudding – Vanille-Eiscreme – Vanille-Duftkerze – Räucherstäbchen – Parfüm? Vanille begegnet uns ständig und überall. Elma hat in ihrem Beitrag „Immer der Nase nach…“ ausführlich über unseren Geruchssinn und die Bedeutung von Gerüchen geschrieben: „wir denken und fühlen mit der Nase“. Gerade auch mit dem Vanilleduft verbindet uns sehr viel. Für viele Menschen bedeutet der Vanilleduft ein Stück Kindheit.

Foto: detailblick-foto/fotolia

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Man nimmt an, dass die Muttermilch für uns kaum wahrnehmbar nach Vanille riecht – früher wurden die Brustwarzen der Frauen mit Vanille eingerieben damit die Babys leichter tranken. Die Industrie hat sich das schon sehr lange zu Nutzen gemacht und Babynahrung deshalb mit Vanille aromatisiert. So werden Kinder von klein auf an diesen Geschmack gewöhnt, fast könnte man schon sagen, von diesem Aroma abhängig gemacht.

Vanille-Sucht gehört zu der weitverbreitesten Sucht auf der Welt, ohne dass wir es wissen. Auch in die meisten alkoholischen Getränke werden geringste Mengen von Vanillearoma zugesetzt – weit unter dem wahrzunehmenden Maß und auch keine echte Vanille, sondern künstliche erzeugtes Vanillin. In Schokoriegeln weiß man dass es der zugefügte Vanillegeschmack ist, der Kinder zu bestimmten Sorten treibt. Bio-Riegel ohne Vanille werden dagegen verschmäht. Vanille begegnet uns fast überall und denke doch nur an das Überangebot an Duftkerzen, Räucherstäbchen, Parfum, Bodylotion usw. mit Vanilleduft.

Mit Vanilleduft verbinden wir auch etwas erotisierendes, Schönheit und Luxus.

In der Aromatherapie weiß man, dass Vanille eine hautpflegende und krampflösende Eigenschaft hat. Sie wird bei Nervosität und Reizbarkeit eingesetzt, denn sie wirkt ausgleichend, entspannend und außerdem menstruationsfördernd. Also perfekt für die Zeiten der Mondhütte.

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